Knappenverein bricht noch heute Rekorde

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Dinslaken..  Die Urzelle aller Knappenvereine aus der Region war wohl der „Bergmännische Knappen-Verein Glückauf“ in Hamborn. „1881 wurde der Verein vom Kameraden Nettkamp und einigen Gleichgesinnten vom Schacht Eins Gewerkschaft Deutscher Kaiser ins Leben gerufen“, erzählt Hermann Dolar, Vorsitzender des Knappenvereins Dinslaken-Lohberg. „Der Verein wurde recht schnell so stark, dass Ortsgruppen gebildet werden mussten.“ So entstand auch die Dinslakener Gruppe im Jahr 1890.

Wie wichtig die Knappenbewegung zu jener Zeit war, ist daraus abzusehen, dass selbst August Thyssen sich als Nummer zwei in das Mitgliedsregister eintragen ließ. Neben dem Bergwerksdirektor Kalthoff und Direktor Mommertz galt er zeit seines Lebens als besonderer Förderer des Vereins, heißt es in der Chronik der Dinslakener. Vor allem um soziale Belange hatte sich die Knappenbewegung damals zu kümmern. Krankenkassen gab es zu jener Zeit noch nicht, berichtet Dolar. „Also wurden aus den Kassen der Knappenvereine Krankenbeihilfen und Sterbegelder bezahlt. Das änderte sich erst nach Einführung der Kasse Wohltat“, so Dolar.

Außer der wachsenden Mitgliederzahl war ein weiterer Grund für die Gründung der eigenen Ortsgruppe auch der weite Weg bis nach Hamborn. Wer an einer Sitzung teilnehmen wollte, musste so 20 bis 30 Kilometer laufen und das nach einem 12-Stunden-Tag. Und so gab es denn ab 1890 einen eigener Knappenverein vor Ort – ohne entsprechendes Bergwerk, das wurde erst ein paar Jahre später erbaut. 1894 organisierten die Dinslakener ihr erstes großes Bergfest unter regem Anteil der Bevölkerung und des Weseler Infanterieregiments, das seine Musikkapelle zur Verfügung stellte.

Der Erste Weltkrieg führte zum ersten großen Einschnitt im Vereinsleben und auch die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg brachte die Vereinsarbeit fast zum Erliegen. Erst zu Beginn der 1950er Jahre ging es wieder richtig los mit dem Knappenverein. Und die Bergleute, vom Bergwerksdirektor bis zum Hauer, waren mit Feuereifer dabei, nachdem am 27. Juli 1952 elf wackere Lohberger Bergleute dem Verein neues Leben einhauchten. Und schon bald zählte der Knappenverein rund 700 Mitglieder (50er und 60er Jahre). Selbst einen Spielmannszug konnten die Knappen ihr Eigen nennen. Am 14. März 1968 probten sie zum ersten Mal, am 1. März 1996 stellten sie nach fast 30-jähriger Spielzeit ihr Engagement ein.