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Kleintierkrematorium bleibt umstritten

25.11.2010 | 18:02 Uhr

Dinslaken.Der SPD-Ortsverband Hiesfeld hatte die Bürger zur „sachlichen Diskussion“ geladen, um Ängste abzubauen.

„Eine sachliche Diskussion“ so hatte sich Friedhelm Wlcek, Stadtverbandsvorsitzender der SPD Dinslaken, die Veranstaltung in der Aula des Gustav-Heinemann-Schulzentrums vorgestellt. Der SPD-Ortsverband Hiesfeld hatte zum Infoabend über das Kleintierkrematorium im Gewerbegebiet Süd am Rubbertskath geladen. Die sachliche Erörterung der Baupläne und Emissionsgrenzen standen jedoch den Emotionen der Anwohner gegenüber.

Vertreter des Kreises Wesel, der genehmigenden Behörde, waren bei dem Infoabend nicht dabei. Aus Angst vor Verfahrensfehlern, sagte Wlcek. So erläuterte Karl-Heinz Rudorf, Leiter des Geschäftsbereichs Planen der Stadt Dinslaken, den Stand der Dinge. Es gebe bisher keine Bedenken „grundsätzlicher Art“ seitens der Stadt, sagte Rudorf. So werde etwa der erforderliche Abstand von 100 Metern zwischen dem Krematorium und der nächsten Wohnfläche eingehalten.

In der anschließenden Fragerunde drehten sich die Bedenken der Anwohner um ihre Sicherheit und Belastungen. „Alle Einzelparameter werden weit unterschritten“ versuchte Karl-Heinz Rudorf auf die Frage nach den Emissionen, zu beruhigen. Auch das im Bauantrag aufgeführten Verkehrsaufkommen seien Maximalwerte. Rudolf schloss aus den Plänen, „dass diese Anlage im Grunde keine negativen Auswirkungen haben wird.“

Der Betreiber des geplanten Kleintierkrematoriums, Luca Biondi, sagte, er wolle mit dem Veterinäramt sprechen, was er tun könne, um die Desinfektionskette einzuhalten. Biondi bestätigte, dass es Ausstreuplatz auf dem Gelände geben werde, auf dem die Asche nach Sammeleinäscherungen verstreut würde.

Die Zweifel zerstreuen konnten weder Biondi noch Rudolf. „Das ist ein Krematoruim und da kommen Emotionen dazu“, hieß es aus dem Zuschauerraum. Besonders die Tatsache, dass es sich um eine halbautomatische Anlage handelt, bereitet den Anwohnern Sorgen. Eine Kontrolle der Anlage durch den Kreis Wesel würde nur nach Beschwerden erfolgen.

Der Frage nach einem alternativen Standort weit weg von Wohnhäusern erteilte der Geschäftsbereichsleiter Planung eine Absage. „Kleinere Anlagen gehören ins Gewerbegebiet.“ Schließlich sollen Freiflächen geschützt werden, so Rudorf.

Für eine Art Wahlkampfauftritt nutzte der Dinslakener CDU-Fraktionsvorsitzende Heinz Wansing die Infoveranstaltung. „Wir Politiker sind die Volksvertreter und das Volk will diese Anlage nicht“, meldete sich Wansing aus dem Publikum. „Politik kann doch Position beziehen“, so Wansing weiter, auch wenn die Genehmigung der Anlage nicht bei der Stadt läge. Auch wenn das Krematorium am Ende doch gebaut würde, so hätte man es wenigstens versucht. Einige Minuten später verließ Wansing die Aula noch vor dem Ende der Veranstaltung.

Heute endet Frist
für Einwendungen

Nur noch bis Freitag, 26. November, läuft die Frist für Einwendungen. Mit diesem Poststempel können Bürger dem Kreis Wesel erläutern, warum sie persönlich sich von dem Kleintierkrematorium beeinträchtigt sehen, erklärt Karl-Heinz Rudorf. Nach einer Vorprüfung des Kreises soll ein Erörterungstermin mit den Beteiligten stattfinden, voraussichtlich am Mittwoch, 15. Dezember, im Ratssaal des Rathauses. Der Erörterungstermin werde öffentlich sein.

Jessica Bader

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Kommentare
27.11.2010
23:08
Kleintierkrematorium bleibt umstritten
von technikus53 | #2

Meine Empfehlung an die zuständigen Politiker:

Macht es doch einfach wie bei Moscheeneubauten.

Einfach genehmigen und hinklotzen.

Bürgerprotest und Bedenken der Nachbarn einfach unterbuttern und ignorieren.

26.11.2010
00:02
Blockierter Kommentar.
von technikus53 | #1

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