Klares Signal gegen Discounter-Verlagerung

Die Ansiedlung eines Discounters auf dem Gelände der Pestalozzischule ist für die Politik keine Option.
Die Ansiedlung eines Discounters auf dem Gelände der Pestalozzischule ist für die Politik keine Option.
Foto: Heiko Kempken / FUNKE Foto Servi
Was wir bereits wissen
Voerder Politik will, dass das Gelände der Pestalozzischule anderweitig entwickelt wird. Ein Stichwort in dem Zusammenhang ist das „Mehrgenerationenwohnen“. Verwaltung legt nach Ferien neue Drucksache vor.

Voerde..  In der Politik herrscht große Einigkeit darüber, dass sich auf dem Gelände der Pestalozzischule kein Discounter ansiedeln soll. Dies wurde bei einer Begehung des Umwelt- und Planungsausschusses Ende April deutlich und stellte sich unlängst bei einer Zusammenkunft des Gremiums mit der Arbeitsgruppe „Fortschreibung Einzelhandelskonzept“ als unverändertes Meinungsbild heraus. Die Stadt will das an der Alexanderstraße/Bahnhofstraße gelegene Grundstück nach der im Sommer 2014 erfolgten Schließung der Grundschule anderweitig entwickeln. Vor etwa vier Monaten hatte die Verwaltung der Politik den Vorschlag unterbreitet, es einem an der nahe gelegenen Bahnhofstraße ansässigen Discounter möglich zu machen, sein Geschäft auf das Gelände der Pestalozzischule zu verlagern und sich dort mit einer Verkaufsfläche von dann 1800 Quadratmetern erheblich zu vergrößern. Der betreffende Discounter habe Interesse signalisiert, sich dort anzusiedeln, erläutert Bürgermeister Dirk Haarmann. Am jetzigen Standort an der Bahnhofstraße gilt eine Begrenzung auf maximal 800 Quadratmeter. Ein Discounter klagt deshalb gegen die Stadt. Diese wiederum hat, um die planerische Konzeption des Bebauungsplans für das Gewerbegebiet an der Bahnhofstraße zwischen Alexanderstraße und B 8 bis zum Langenhorster Weg erneut zu überprüfen und alternative Nutzungen für den Fall des Weggangs von Discountern aufzuzeigen, eine Veränderungssperre verhängt.

Klares Signal der Politik ist, anstelle eines Discounters auf dem Grundstück der Pestalozzischule eine „vernünftige Wohnbebauung“ zu realisieren, wie Wolfgang Krieg, SPD-Ratsmitglied und Vorsitzender der Arbeitsgruppe Fortschreibung Einzelhandelskonzept, erläutert. Als Option nennt er ein „Mehrgenerationenhaus“, Einfamilienhäuser dagegen sollen dort nicht realisiert werden. Das Schulgelände sei ein zu attraktiver Standort, als dass dort ein Discounter ansiedeln sollte, zumal sich dieser „50 Meter Luftlinie“ davon entfernt befinde, resümiert SPD-Ratsherr Stefan Schmitz den Tenor der Vorabstimmung. Die CDU sieht keine Notwendigkeit für einen Umzug: „Aus unserer Sicht funktionieren die Discounter an der Bahnhofstraße“, sagt CDU-Fraktionsvize Ingo Hülser. Seine Fraktion würde lieber den Bestand dort stärken.

Auch die Sorge, was mit der Immobilie an der Bahnhofstraße passiert, wenn der Discounter auf das Schulgelände umzieht, ist für die Politik ein zentraler Punkt. Stefan Schmitz weist auf den Leerstand an der Ecke Spellener Straße/Am Industriepark in Friedrichsfeld hin, der nach dem Umzug von Lidl an die Poststraße entstanden ist.

Ein weiteres, für die Sozialdemokraten gewichtiges Argument gegen eine Discounterverlagerung auf das Gelände der Pestalozzischule ist der von ihnen gewünschte Erhalt des ältesten, an der Bahnhofstraße gelegenen Schultraktes und die Frage, ob dies dann noch Bestandteil der Entwicklung wäre. Die SPD hofft weiter auf eine Konzeption, die den Fortbestand des alten Gebäudeteils vorsieht, betont Krieg. Nach den Ferien will die Verwaltung der Politik eine neue Drucksache zur Entwicklung des Schulgeländes vorlegen.