Kinder erforschen Rätsel der Natur

Dinslaken..  Der Bachflohkrebs ist 15-20 Millimeter groß und bewegt sich träge im Wasser des Insektenbetrachters. Aber sonst ist nicht viel unter der Lupe zu sehen. Vielleicht ist es schon zu kalt, obwohl das Wetter mitspielt und die Sonne scheint. Jana Schobert (9) hat so ein kleines Tier noch nie gesehen. Mit Gummistiefeln und Köcher ausgerüstet watet sie mit anderen Kinder der Hiesfelder Grundschulen am Dienstag und Mittwoch dieser Woche durch den nahegelegenen Rotbach und sucht nach winzigen Lebewesen wie der Zuckmückenlarve oder dem Schlammröhrenwurm.

„Wie bekommt ihr die Kinder in den Ferien in die Schule? Wie macht ihr das?“ Diese Frage hatte man Axel Willbrand, Physik und Techniklehrer und MINT-Koordinator am GHZ-Gymnasium Hiesfeld neulich gestellt. Spätestens im Physikraum des Gebäudes ist die Antwort aber klar: Die Schüler kommen freiwillig, gerne und mit scheinbar unstillbarem Interesse an der Natur. „Die 20 Schülerscouts haben den Experiment-Parcours mit aufgebaut und vorbereitet. Sie haben im Vorfeld die Schüler eingeladen und das Projekt vorgestellt“, sagt Willbrand. Schon zum fünften Mal findet die „Herbstakademie“ statt, zu der sich Kinder der Hiesfelder Grundschulen anmelden konnten.

40 Anmeldungen seien eingegangen, 16 Experimente erwarten die Kinder, unter anderem das Prinzip der Filtration, ein Wassertornado, Destillation oder „was löst sich im Wasser auf, was nicht?“. Evelin Kowalenko (14) erklärt zwei Schülerinnen, warum Öl und Sand nicht im Wasser verschwinden. Und warum Salz zum Beispiel schon.

Für die Mädchen und Jungen bedeuten die zwei Tage in den Ferien jeweils fünf Stunden Konzentration. Unterstützt werden sie nicht nur von Schülerscouts, sondern auch von Axel Willbrand und den zwei Lehrerinnen aus dem naturwissenschaftlichen Fachbereich.

Lilly Blankenheim (14) ist schon ein alter Hase. Sie ist zum zweiten Mal bei der Herbstakademie dabei. Warum sie das in den Ferien macht? „Weil es Spaß macht, mit den Kindern zu arbeiten. Und ich lerne selbst etwas dazu“, sagt sie. Ihre Lieblingsfächer sind Sport und Mathematik, aber natürlich auch die Naturwissenschaften. Vielleicht will sie einmal beruflich etwas daraus machen.

Kindergehirne, die arbeiten brauchen Energie und die wird mittels Waffeln, Würstchen und Getränken zur Verfügung gestellt. Die Küchencrew, bestehend aus vier 14-jährigen Jungen, experimentiert aber nicht mit dem Waffelteig, sie weiß was sie tut. Und so duftet es schon von weitem verlockend nach Waffeln. „Ich finde es toll, dass die Schüler in den Ferien zu uns kommen“, meint Willbrand. Geheimnisse gibt es noch viele in der Welt. Vielleicht werden sie genau hier am GHZ-Gymnasium Hiesfeld von der kommenden Schülergeneration entdeckt.