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"Keine Scharmützel mehr!"

30.01.2008 | 19:19 Uhr

SPD. Stadtverbands-Vorstand schlägt Friedhelm Wlcek als Vorsitzenden vor. Monika Piechula leitet Heidingers Wahlkampf.

DINSLAKEN. Friedhelm Wlcek heißt der Mann, der das seit August verwaiste Amt des SPD-Stadtverbandsvorsitzenden bekleiden soll. Einstimmig votierte der Stadtverbands-Vorstand am Dienstagabend für den 58-Jährigen, jetzt müssen nur noch die Delegierten aus den Ortsvereinen am 28. Februar dem Vorschlag zustimmen.

Nachdem Bernd Rohde das Amt im Sommer vergangenen Jahres niedergelegt hatte, suchten die drei Ortsvereinsvorsitzenden sowie Fraktionschef Michael Heidinger und NRW-SPD-Sekretär Michael Groschek lange nach einem geeigneten Nachfolger, den sie in Wlcek gefunden haben wollen: "Sorgfalt und Qualität ging hier vor Schnelligkeit. Friedhelm Wlcek verfügt über langjährige Erfahrungen, kennt sich in den Ortsvereinen gut aus und steht für ein enges Vetrauensverhältnis zwischen Fraktion und Stadtverband", so Michael Heidinger.

Wlcek ist verheiratet, hat zwei Kinder und arbeitet im Personalmanagment von "Evonik Industries / Energie" in Essen. In die SPD trat der aktive Gewerkschafter 1994 ein, gehörte zunächst dem Orstverein Mitte, nach seinem Umzug nun dem Hiesfelder an.

Für Lokales ist die Fraktion zuständig

Wohl auch um inhaltliche Differenzen zwischen Fraktion und Stadtverband, wie sie schließlich zum Bruch mit Bernd Rohde geführt hatten, auszuschließen, sind die Tätigkeitsbereiche klar abgegrenzt. Der Stadtverbands-Chef soll sich vorwiegend darum kümmern, bundes- und landespolitische Ziele der SPD den Menschen vor Ort zu vermitteln, die Lokalpolitik soll Sache der Fraktion sein. "Ich sehe das Amt als Herausforderung", sagte Wlcek gestern bei seiner Vorstellung. Ihm gehe es darum, das Vertrauen der Bürger in die SPD zu stärken und auf lokaler Ebene Einigkeit herzustellen. "Bitte keine Scharmützel mehr" so Wlcek. Des Weiteren sei es sein Ziel, "dass 2009 der Bürgermeister Michael Heidinger heißt".

Mit Wirtschaftsthemen gegen Sabine Weiss

Dabei will auch Monika Piechula, Orstvereins-Vorsitzende aus Hiesfeld und Geschäftsführerin der SPD-Kreistagsfraktion, tatkräftig helfen. Sie wurde gestern als Wahlkampfleiterin für Michael Heidinger vorgestellt, ist organisatorisch und inhaltlich die erste Beraterin für den wahrscheinlichen Bürgermeisterkandidaten der SPD. Um Sabine Weiss bei der Kommunalwahl 2009 aus dem Rathaus zu verdrängen, wollen die Sozialdemokraten insbesondere Wirtschafts-Themen nach vorne stellen. "Die Angelegenheit Outlet Center ist doch nur ein Spiegelbild aller Versäumnisse in wirtschaftspolitischen Bereichen", so Heidinger.

NRZ-Informationen, nach denen Heidinger vielleicht gar nicht zur Kommunalwahl antritt, weil er im Falle einer Bundestagskandidatur von Michael Groschek für dessen Landtags-Posten im Gespräch sei, dementierte Heidinger heftig: "Das ist totaler Quatsch."

RALF KUBBERNUSS

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Kommentare
31.01.2008
12:09
Keine Scharmützel mehr!
von Lustig1952 | #2

Das die SPD hinter der Steinkohle steht zeigt sich hier auch wieder, ist doch Herr Wlcek im Personalmanagment von Evonik Industries / Energie in Essen. Das war ja mal die RAG und wer wird seinem Dienstherren untreu.

31.01.2008
06:53
Keine Scharmützel mehr!
von raumbuch | #1

Outlet-Center

Der Gebrauch dieses neudeutschen Wortes für „Reste-Rampe“ ist ja inzwischen ein überkommunal bekanntes Stichwort zur Definition der argumentativen Standortbestimmung politischer Randgruppen in dieser Stadt. Jetzt wird also auch noch die SPD dort feilgeboten? Oder macht sich da nur ein Politiker zum Angebot der Woche?

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