Kaum Wahlfreiheit für Eltern?

Dinslaken..  Die Eltern in Dinslaken haben bei den Kita-Betreuungszeiten nicht die gesetzlich zugesicherte Wahlfreiheit. Das meint zumindest Bernd Helmut Minzenmay (FDP) mit Blick auf das Ergebnis einer Kleinen Anfrage der FDP-Landtagsfraktion. Die Liberalen hatten aufgrund von Elternbeschwerden vermutet, dass die Inanspruchnahme des 25-Stunden-Betreuungsmodells in vielen NRW-Kitas faktisch nicht möglich sei, weil dafür die Plätze fehlten und von der Landesregierung konkrete Zahlen zum angebotenen Betreuungsumfang verlangt.

Durch die Antwort auf diese Anfrage sieht Minzenmay die Annahme der FDP für Dinslaken bestätigt: Ein einziger U3-Betreuungsplatz für 25 Stunden steht nach dem Zahlenmaterial in den Kitas der Stadt zur Verfügung und nur 14 Plätze für Kinder über drei Jahren. Das ist zu wenig, so Minzenmay: „Gerade Mütter und Väter in Teilzeit wünschen sich aber schon aufgrund begrenzter finanzieller Spielräume kürzere Betreuungszeiten. Ohne diese Plätze werden die betroffenen Eltern jedoch zu deutlich höheren Elternbeiträgen gezwungen.“ Minzenmay fordert die Verwaltung auf, „die Gründe für diese Fehlplanung zügig zu ermitteln und zu beseitigen, damit die Eltern endlich eine echte Wahlfreiheit bei den Betreuungszeiten haben“.

Denn Eltern sollen laut Gesetz den Umfang der Kita-Betreuung nach ihrem Bedarf aussuchen können: Zur Wahl stehen 25, 35 oder 45 Stunden pro Woche. Aus Sicht der Stadtverwaltung liegt ein höhrer Bedarf nach 25-Stunden-Betreuung aber gar nicht vor. Es gebe weder eine Warteliste für diese Plätze noch die Nachfrage nach mehr Angeboten als aktuell vorhanden, so Rathaussprecher Horst Dickhäuser. Eltern bevorzugten häufiger eine längere Betreuungszeit - wie das 35-Stunden-Modell.

Nachfrage fehlte

In der städtischen Kita Weyerskamp zum Beispiel habe es bis zum vergangenen Sommer eine Gruppe mit einem 25-Stunden-Betreuungsangebot gegeben, mangels Nachfrage sei das Angebot eingestellt worden. „Wenn der Bedarf da wäre, würde man so eine Gruppe einrichten. Die Träger richten sich da nach den Eltern“, versichert Dickhäuser, räumt aber auch ein, dass längere Betreuungszeiten für die Einrichtungen eine bessere Refinanzierung und mehr personelle Planungssicherheit bedeuten.