Kaufleute tragen die Kosten

Im Parkhaus der Neutor-Galerie zahlt der autofahrende Kunde pro Stunde 40 Cent weniger, als auf öffentlichen Parkplätzen in der City.
Im Parkhaus der Neutor-Galerie zahlt der autofahrende Kunde pro Stunde 40 Cent weniger, als auf öffentlichen Parkplätzen in der City.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Kunden können in der Neutor-Galerie weiterhin für einen Euro pro Stunde parken. Händler appellieren an die Politik, die Anhebung zu überdenken.

Dinslaken..  „Es bleibt dabei“ – mit diesem Spruch wirbt die Neutor-Galerie für die Gebühren, die Kunden zahlen müssen, wenn sie ihr Auto im Parkhaus des Einkaufscenters abstellen. Anders als auf den öffentlichen Parkplätzen rund herum, zahlen sie für jede Stunde wie bislang nur einen Euro. An den Parkscheinautomaten der Stadt kostet das Stunden-Ticket zum Teil schon 1,40 Euro. Eine feine Werbeaktion des Einkaufszentrums, mag der eine denken. Die Stadt ist darüber gar nicht erfreut. Gibt es doch eine Absprache mit der Neutor-Galerie, dass sich die Parkgebühren nicht unterscheiden dürfen.

„Sicher parken und 40 Cent pro Stunden sparen“ – die Händler der Neutor-Galerie machen es möglich. Die Kosten übernehmen nach Auskunft von Centermanager Jeremia Gonzalez Martinez die Händler, die sich in der Werbegemeinschaft zusammengeschlossen haben. Wie Thomas Pieperhoff, Pressesprecher der Stadt, auf Anfrage der NRZ erklärte, wolle man prüfen, ob damit gegen die Vereinbarung verstoßen wird.

Wie lange die Aktion der Neutor-Galerie laufen wird, kann Martinez nicht sagen. So lange wie möglich wolle man aber daran festhalten. „Wir ermöglichen es den Kunden, zum bisherigen Preis zu parken. Einige Kunden beschweren sich schon über den einen Euro pro Stunde“, fügt Martinez hinzu. Bei den Parkgebühren müsse ein Lösung mit der Stadt gefunden werden, man könne in Dinslaken keine Gebühr von 1,40 Euro nehmen. „Da werden alle sauer, und sie fahren direkt ins Centro.“ Man müsse nochmals mit der Politik sprechen.

Die Entscheidung der Politik, die Parkgebühren anzuheben, findet auch Jürgen Lange-Flemming, Vorsitzender der Werbegemeinschaft Dinslaken, alles andere als förderlich. Und mit Blick auf die Aktion der Händler der Neutor-Galerie sagt er: „Das ist für uns ganz klar ein Wettbewerbsnachteil.“ Es sei alles im Moment kontraproduktiv, die höheren Parkgebühren, die Gestaltungsatzung, die den Händlern Kosten aufbürdet. Weil jetzt die Sommerferien sind, würden sowieso schon weniger Leute kommen.

Die höheren Gebühren würden dazu führen, dass Kunden einen Bogen um Dinslaken machen. Lange-Flemming blickt auch zurück auf die lange Phase, bis der Platz am Neutor sowie die Neutor-Galerie fertig gestellt waren. Viele Geschäftsleute hätten in dieser Zeit Verluste gemacht und wenn jetzt auch noch die Kunden wegbleiben würden...

Der Vorsitzende der Werbegemeinschaft appelliert an die Politik und Verwaltung, den Beschluss über die höheren Parkgebühren noch einmal zu überdenken.

Die Umstellung der Parkscheinautomaten wird Mitte Juli abgeschlossen sein.

Das Parken in der Innenstadt wird pro halbe Stunde um 20 Cent teurer und kostet dann 70 Cent. Ab der dritten Stunde werden 80 Cent pro 30 Minuten verlangt. Gleichzeitig wird die Brötchentaste auf 15 Minuten reduziert. Die Stadtverwaltung rechnet mit Mehreinnahmen von jährlich mindestens 150 000 Euro.