Kaputtsparen keine Lösung

Die Sparliste ist der erneute Versuch, der schon ausgepressten Zitrone – um im Bild der Kämmerin zu bleiben – doch noch ein paar Tropfen abzugewinnen. Wieder stehen Altbekannte in dem Katalog weiterer Maßnahmen, mit denen die finanzielle Ausstattung der Stadt gesichert werden soll. Da werden Kleinstbeträge für Vereine, für Voerde wichtige Veranstaltungen wie der Karnevalszug, der Weihnachtsmarkt und die Kinderferientage sowie Einrichtungen wie das Freibad oder die Stadtteilbüchereien durch mögliche Streichungen in Frage gestellt. Allesamt Angebote, die eine Stadt attraktiv machen und gewichtige Argumente für Neubürger sind. Alles muss auf den Prüfstand, sagt die Mehrheit im Stadtrat. Sicher. Aber wo bleiben neben den üblichen Streichkandidaten neue Konzepte, den städtischen Haushalt aus der Misere zu führen? Dazu gehört auch eine öffentliche Diskussion darüber, wie Verwaltung etwa durch interkommunale Kooperation effizienter werden kann. Wie will eine Stadt nach der Anhebung der Grundsteuer B um 30 Prozent mit – aus Sicht der Verwaltung – Luft nach oben dem Bürger weitere herbe Einschnitte erklären, ohne dabei ein gerütteltes Maß auch vor der eigenen Haustür zu kehren? Kaputtsparen kann die Lösung nicht sein, will Voerde im kommunalen Wettbewerb bestehen.