Kamelle gegen den Weltuntergang
12.02.2012 | 17:04 Uhr 2012-02-12T17:04:00+0100
Dinslaken.Zwölf Meter lang, zweieinhalb Meter breit, zwei Meter hoch und natürlich vom TÜV abgenommen: Das ist der Mottowagen des Hiesfelder Carneval Clubs, der jetzt getauft wurde.
Zum Thema „Weltuntergang hin oder her, wir feiern weiter wie bisher“ gestaltet, dürfen sich die Besucher des Voerder Tulpensonntagszuges auf ein farbenfrohes, mit Sternen und Planeten geschmücktes Gefährt freuen, das neben eigener Stromversorgung sogar über eine Toilette verfügt. In liebevoller Arbeit werkelte Wagenbauer Harry Flick auf dem Hof der Familie Hagenbruck mit einer bunt gemischten Truppe aus Helfern, Elektrikern, Technikern rund 170 Stunden unter Beihilfe von 30 Litern Farbe, einigen Meter Holz und zahlreichen Plastikmaterialen an dem Wagen, der mit einer zwölf Mann starken Besatzung seine Reise nach Voerde antreten wird. Natürlich ist die als Clown verkleidete Wagen-Crew auch mit reichlich Wurfmaterial ausgestattet: etwa 3000 Tafeln Schokolade, einige Zentner Kamelle und andere Leckereien – allesamt selbst finanziert.
Die Hiesfelder Karnevalisten sind froh, in diesen Zeiten noch mit eigenem Wagen an den Start gehen zu dürfen. „Einige nehmen nicht mehr teil, die Auflagen, die dieses Jahr nochmal verschärft wurden, sind einfach zu hoch“, sagt Hiesfelds Pressesprecher Günter Herzog. So muss pro Reifen ein „Begleiter“ verfügbar sein, der neben dem Wagen herläuft. Im Falle des HCC wären das ganze Acht – das kann nicht jeder gewährleisten. Für das nächste Jahr planen die Narren sogar, mit einem zweiten Wagen an den Start zu gehen, der dann von der Kindertruppe, den „Minis“ besetzt werden soll. Besonders das familiäre Umfeld zeichnet den Verein aus, der sich noch einmal besonders bei der Familie Hagenbruck bedanken möchte. Neben der trockenen Wagenunterkunft, in der jederzeit gearbeitet werden konnte, war sie in den kältesten Momenten mit Kaffee und anderen Heißgetränken zur Stelle.
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