Kalle Pohl schießt „Selfi in Delfi“

Dinslaken..  „Selfi in Delfi“ ist natürlich falsch geschrieben; korrekt wäre „Selfie in Delphi“. Wenn jedoch Kalle Pohls berüchtigter Vetter Hein Spack auf eine Bildungsreise gerät, hat er Wichtigeres im Sinn als orthographische Spitzfindigkeiten: Hein will wissen, wo in Delphi der Strand ist – und wann das Orakel öffnet, weil es ihm die Lottozahlen vorhersagen soll.

Am Mittwoch, 27. Mai, tritt Kalle Pohl um 20 Uhr im Rahmen des „Summer of Love“ mit seinem neuen Solo Programm „Selfi in Delfi“ in der Zeche Lohberg, Zentralwerkstatt, Hünxer Str. 368 , in Dinslaken-Lohberg auf.

Hein Spack ist aber nur eine der Figuren, deren „Selfies“ unseren verrückten Alltag spiegeln. Kalle Pohl ist in seinem neuen Programm facettenreicher und komischer unterwegs denn je; so zieht seine Tante Mimi etwa über eierlegende Nacktkünstlerinnen, den Feminismus und kleinlaute Männer her („Waschlappen!“), ein Kettensägen-Massaker gestaltet sich überraschend harmonisch, jungen Paaren wird mittels Windel-App und Baby Manual die Angst vorm Kinderkriegen genommen, ein blasierter Fernsehverkäufer wird gewürgt, und am Beispiel der Bonobo-Schimpansen wird deutlich, dass für den Weltfrieden nur eines nötig wäre: hemmungsloser Sex.

Zudem präsentiert Kalle Pohl gefühlvoll ergreifend komische Lieder zum Akkordeon, führt die Weltpremiere seines Musicals auf und legt eine klassische Ballettnummer mit Schaf aufs Parkett.

Als Mitglied des „Sieben Tage - sieben Köpfe“-Teams gelang Kalle Pohl der Durchbruch. Dabei gab er in seinem Heimatdorf im Rheinland bereits mit neun Jahren erste Einmannshow für die Nachbarskinder in Papas Garage. Intensive menschliche Charakterstudien betrieb der junge Kalle Pohl in der elterlichen Kneipe (Gaststätte Pohl), eine Kochlehre brach er ab, der Ausbildung zum Polizeihauptwachtmeister folgten Jobs als Briefträger und Kellner. Da hatte sich Pohl bereits an der Musikhochschule eingeschrieben. Es folgte die bekannte Karriere als Musiker, Schauspieler und Kabarettist. Der Mitbegründer des Kölner Atelier-Theaters arbeitete mit Gaby Köster, Hanns Dieter Hüsch, Harald Schmidt, Konrad Beikircher und Elke Heidenreich.

Der Eintritt zum Kabarettabend in der Zentralwerkstatt kostet im Vorverkauf, u. a. im Dinslakener Pressehaus, 18 Euro zzgl. Gebühren und 22,50 Euro an der Abendkasse. Einlass ist ab 18 Uhr. Dabei besteht die Möglichkeit, sich die Ausstellungen rund um den „Summer of Love“ in der Zentralwerkstatt anzusehen oder vielleicht auch einen der Regenschirme des „Umbrella for Peace“-Projektes selbst zu bemalen