KAB stellt Korkensammlung ein

Die KAB stoppt die Korken-Aktion.
Die KAB stoppt die Korken-Aktion.
Foto: NRZ
Was wir bereits wissen
Ortsverband St. Josef Spellen begründet Entscheidung damit, dass das belieferte Epilepsiezentrum die Produktion beendet hat. Suche nach neuer Fördermöglichkeit

Voerde..  Nach mehr als 15 Jahren beendet die Katholische Arbeitnehmerbewegung (KAB) St. Josef Spellen ihre gemeinnützige Aktion „Korken für Kork“ im Voerder Stadtgebiet. Die Entscheidung sei dem Vorstand wahrlich nicht leicht gefallen, betont Vorsitzender Ralf Költgen. Der Grund: Das belieferte Epilepsiezentrum Kehl-Kork hat die Herstellung von ökologischem Dämmstoffgranulat aus Flaschenkorken Mitte 2014 eingestellt, wie die KAB erst vor wenigen Tagen erfahren habe. Der Betrieb hatte zwölf Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderungen ermöglicht.

Die KAB St. Josef Spellen verweist auf die Begründung, die das Epilepsiezentrum auf seiner Internetseite gibt: „Die spontane Resonanz auf diese Sammelaktion war in der Bevölkerung von Beginn an sehr gut, ging aber infolge der Verwendung von Kunststoffstopfen und Schraubverschlüssen in den letzten Jahren kontinuierlich zurück. (...) Mit der zurückgehenden Sammelmenge (bei gleichbleibend hohen Grundkosten für die Bereithaltung der Lagerkapazität und Verarbeitungstechnik) belastete die Korkenverarbeitung zunehmend das wirtschaftliche Ergebnis der Hanauerland Werkstätten.“

Die Korken würden zwar weiter von den Hanauerland Werkstätten gesammelt, aber dann direkt weitervermarktet an Produktionsstätten von Pinnwänden, erläutert die KAB. „Das Hauptmotiv der Sammelaktion war für uns jedoch die Förderung von Arbeitsplätzen für Menschen, die auf dem Arbeitsmarkt ansonsten kaum eine Chance haben“, betont KAB-Vertrauensmann Martin Kuster, der 1999 die Aktion initiierte und seitdem mithilfe eines engagierten Teams die Sammlung organisierte. „Dieses Motiv ist mit der Produktionseinstellung weggefallen. Es ist schon traurig, dass mit dem Ende von ,Korken für Kork’ eine kleine Ära für die Voerder KAB zu Ende geht. Aber ein Verband muss sich der Herausforderung stellen, auf neue Entwicklungen zu reagieren“.

Neben dem ehrenamtlichen Sammlerteam und den Sammelstellen (Marktkauf, Edeka und vielen anderen) dankt die KAB den Familien Faure, Steeger und Awater, die für das Projekt kostenlosen Lagerraum zur Verfügung stellten – und nicht zuletzt den vielen Voerdern, die Flaschenkorken im Volumen von insgesamt schätzungsweise 150 000 Litern sammelten.

Der KAB-Vorstand will nun neue Möglichkeiten der Förderung von Arbeitsplätzen für Menschen mit Behinderungen und der Inklusion im Allgemeinen – diesmal mit stärkerem regionalen Bezug – ausloten. „Dies ist und bleibt ein wichtiges Anliegen unseres Ortsverbandes“, verspricht Ralf Költgen.