Jürgen Beckers heitere Gedanken zur Kunstgeschichte

Dinslaken..  Die Kleinkunst hat gegenüber der bildenden Kunst einen Nachteil: Kabarettisten kann man nicht übers Sofa hängen. Wenn man’s doch tut, passt er womöglich nicht recht zur Couchgarnitur. Dennoch kann auch Kleinkunst bildende Kunst sein: „Der Künstler ist anwesend“ ist der Titel des aktuellen Programms von Jürgen Becker, mit dem das Kölner Urgestein am Samstag, 25. April, um 20 Uhr in der Kathrin-Türks-Halle Dinslaken gastiert.

Nach Beckers Parforceritt durch die Kunstgeschichte weiß das Publikum, was über Gotik und Renaissance zum Barock mit Rubens sprichwörtlichem Fleisch dicker Frauen führte. Und warum Marcel Duchamp für die Kunst der Fluch der Keramik wurde. Nie werden die Zuschauer sich mehr auf einer Vernissage blamieren und rufen: „Die rote Skulptur finde ich am besten.“ Gefolgt von der niederschmetternden Bemerkung des Galeristen: „Das ist unser Feuerlöscher!“

Zum Schluss ist jeder selbst Künstler. Ein Bild kann man malen. Wenn es niemand erwerben möchte, hängt man es halt in die Diele. Die Kleinkunst jedoch findet ohne Zuschauer erst gar nicht statt. Wenn keiner kommt, fällt sie aus.

Josef Beuys forderte einst die soziale Plastik – Jürgen Becker lässt sie in der Fett-Ecke des rheinischen Humors entstehen.

Karten sind an der Abendkasse erhältlich.