Jede Menge Fahrräder, Schlüssel und Koffer werden in Fundbüros in Dinslaken, Voerde, Hünxe

Beatrix Zeggel kümmert sich in Dinslaken um die Fundsachen. Auch hier sind es vor allem Fahrräder.
Beatrix Zeggel kümmert sich in Dinslaken um die Fundsachen. Auch hier sind es vor allem Fahrräder.
Foto: Heiko Kempken / FUNKE Foto Servi
Was wir bereits wissen
Kommunen müssen Fundsachen eine Zeit lang verwahren, dann kann der Finder sie erhalten oder sie werden versteigert. Vieles wird im Frühjahr gefunden, wenn Putzaktionen durchgeführt werden

Dinslaken/Voerde/Hünxe..  Die Klassiker sind weiterhin Fahrräder, Handys, Schlüssel, Brillen, Schirme, Handtaschen, Geldbörsen, Hörgeräte und Personaldokumente. Das bestätigen Voerdes Dezernentin Simone Kaspar und Julia Ingenhoff im Bürgerbüro Hünxe. Sie ziehen eine Bilanz, was im Vorjahr von den Bürgern so alles gefunden und im Rathaus abgegeben wurde – Ausreißer wie schon einmal ein Gebiss, ein Samurai-Schwert oder ein leuchtend-flackerndes Rentier sind diesmal nicht dabei.

„Wir hatten 2014 in Voerde 225 Fundsachen, darunter viele Fahrräder, 40 bis 50 Schlüssel oder Schlüsselbunde, aber auch 50 Fundtiere, vorrangig Hunde und Katzen“, weiß Simone Kaspar. Letztere, auch Kleintiere, würden dem Tierheim Wesel übergeben oder an Interessenten vermittelt. Wie viel aller im Rathauskeller oder bei den Findern eingelagerter Fundsachen auch wieder abgeholt werden, ließe sich schlecht sagen, „vielleicht knapp die Hälfte“, meint Kaspar. „Es melden Leute auch Dinge als vermisst, die nicht abgegeben wurden.“ Nach einem halben Jahr gebe es in Voerde eine Online-Versteigerung, besonders für Fahrräder, die auch gut angenommen werde.

Verloren werde ganzjährig und durch alle Altersstufen gleichmäßig, „vieles in der Gemeinde Hünxe wird im Frühjahr gefunden, wenn gesäubert wird“, erklärt Julia Ingenhoff. Fahrräder lägen meist in Gebüschen, Brillen, Hörgeräte oder Handtaschen oft auf dem Friedhof. Würden Fundsachen innerhalb eines Jahres nicht abgeholt, dürfe der Finder sie behalten, wenn er „Eigentumsvorbehalt“ angemeldet habe, so Ingenhoff. Ist der Keller im Hünxer Rathaus voll, dürften Finder die Sachen selbst einlagern, „wir vermitteln dann bei Bedarf“. In Hünxe werde etwa die Hälfte der Fundsachen wieder abgeholt.

Im Fundsachen-Keller der Stadt Dinslaken stehen ebenfalls viele Fahrräder. Das Sortiment reiche von neuwertigen Rädern bis hin zum „schrottreifen“ Drahtesel. Daneben gebe eine breite Palette an Fundsachen, berichtet Stadtpressesprecher Horst Dickhäuser. Ehrliche Finder haben Schmuckstücke, Koffer, Brillen, Geldbörsen mit Ausweispapieren im Bürgerbüro abgegeben. Dort landeten im vergangenen Jahr auch viele Schlüsselbunde und auch lose Geldscheine. Ist der Keller gut gefüllt, organisiert die Stadt eine öffentliche Versteigerung. Auf das Internet setzt sie dabei nicht. Ein ehemaliger Kollege übernimmt den Part des Auktionators. Bei der letzten Versteigerung, die im November durchgeführt wurde, kamen auch Werkzeugkoffer unter den Hammer.

Von den rund 150 Posten, die versteigert wurden, war die Hälfte Fahrräder, so Horst Dickhäuser. Und welche Fundsache dann immer noch keinen neuen Besitzer gefunden hat, werde der „geordneten Entsorgung zugeführt“.