In einem Krieg gibt es keinen Gewinner

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Erinnerung und Mahnung: Gedenkfeier zum 8. Mai am Mahnmal Buschmannshof.

Voerde..  Es war wie vor 70 Jahren: Ein warmer Frühlingstag war der 8. Mai 1945. Doch für die Menschen war alles ganz anders als heute. An jenem Tag endete mit der Kapitulation die Herrschaft des Nazi-Regimes, endete der Zweite Weltkrieg, der 65 Millionen Menschen in den Tod riss. Ein Tag der Erinnerung, ein Tag der Mahnung. Die Gedenkfeier am Mahnmal Buschmannshof rief die Vergangenheit ins Gedächtnis, spannte den Bogen bis in die Gegenwart und war eine Mahnung für Zukunft.

Marlies Wellmer von der ehemaligen „Friedensgruppe Voerde“ umriss die Bedeutung des 8. Mais. Nach zwölf Jahren Nazi-Herrschaft lag Deutschland in Schutt und Asche. Mit dem Unterzeichnen der bedingungslosen Kapitulation erkannten die Spitzen die Niederlage an. Es ist aber auch der Tag an dem bewusst werden sollte, in Deutschland gibt es seit 70 Jahren keinen Krieg. In vielen anderen Ländern ist heute nicht so. Auch die Erinnerung daran passt zum 8. Mai. Weshalb Schüler des Gymnasiums Voerde zu Recht den Bogen zum heutigen Flüchtlingsdrama zogen. In Erinnerung an den Weltkrieg sollte man auf die Menschen achten, welche heute noch unter Krieg leiden und als Flüchtlinge zu uns kommen.

Diesen Gedanken griff Bürgermeister Dirk Haarmann in seiner Rede auf. „Wir dürfen das Grundrecht auf Asyl nicht einen Millimeter verrücken“, betonte er. Auch wenn es Kommunen vor Problemen stellt. Die Auseinandersetzung um die Finanzierung dürfe nicht auf den Rücken der Betroffenen ausgetragen werden. In Voerde gebe es glücklicherweise eine große Welle der Hilfsbereitschaft, Menschen, die sich ehrenamtlich um Flüchtlinge kümmern.

Der 8. Mai steht nicht nur für das Ende des Krieges, er beendete auch die systematische Vernichtung der Juden, so Haarmann. Dieser Tag sollte daran erinnern, wie sinnlos Kriege sind. Es sei auch nur bedingt richtig, bei einem Krieg von Gewinnern und Verlierern zu sprechen. „Im Grunde verlieren alle“, so Haarmann. Kriegerische Auseinandersetzungen seien ein Zeichen der Ohnmacht, weil es nicht gelungen ist, Konflikte friedlich zu lösen.

Ein Tag der Befreiung ist der 8. Mai gewesen. An diesem Satz aus der Rede vom Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker zum 8. Mai 1985 gibt es für Haarmann keinen Zweifel. Denn am 8. Mai war nicht nur der Krieg beendet, damit verschwand die Herrschaft des Nazi-Regimes und die Freiheit kehrte zurück. Dieser Tag sollte daran erinner, dass derjenige, der aus den Fehlern der Vergangenheit nichts lernt, sie wiederholen wird.

Auch in Zukunft brauche man Tage wie den 8. Mai. Als eine Standortbestimmung. Auch deshalb, so Marlies Wellmer, werde man sich am 8. Mai 2016 am Mahnmal zusammenfinden. Und dann werden hoffentlich wieder so viele dabei sein wie gestern.