In Eigenarbeit ein Haus gebaut

Dinslaken..  Anfang der 50er Jahre. Die Überbleibsel des Krieges sind noch deutlich zu sehen. Schutt auf der einen Seite, Grünanlagen auf der anderen, dazwischen reges Werkeln an Straßen- und Wohnungsbau. Denn Wohnraum ist rar in diesen Zeiten. Wo sich heute schmucke Einfamilienhäuser an der Mozartstraße aneinanderreihen, gab es zu jener Zeit Stadtgärten und einen freien Blick auf den Rotbach und den nahen Friedhof. Doch auch hier zog der Geist der Neuzeit ein – Häuser entstanden in Eigenbau. Nach Feierabend, so erzählt Christel Hillringhaus, wurden Steine abgehauen, die für den Hausbau genutzt werden sollten. „Kalk wurde früher noch in Gräben gelöscht“, weiß sie, „alle Nachbarn verfuhren so. Mein Mann Horst und sein Vater haben aufgebaut und alle Feuerwehrkameraden halfen dabei. Es beruhte alles auf Gegenseitigkeit.“

Horst Hillringhaus war nicht nur Bezirksschornsteinfegermeister sondern auch Feuerwehrmann. „Schornsteinfeger hatten damals die Auflage in der freiwilligen Feuerwehr zu sein. Heute gibt es solche Vorschriften nicht mehr“, berichtet Christel Hillringhaus. Wie auch immer, wer einmal in der Feuerwehr ist, bleibt dabei und die Kameradschaft wird unter ihnen noch heute groß geschrieben. So half man sich schließlich auch beim Bau eines Hauses denn es musste schnell gehen mit dem Hausbau und so verwundert es nicht, dass bereits 1950 Richtfest gefeiert wurde. Doch bis zum Einzug sollte es noch etwas dauern. 1953 heirateten Horst und Christel Hillringhaus, „seitdem wohne ich auf der Mozartstraße.“

„Die linke Häuserseite stand zuerst“, erinnert sich Christel Hillringhaus, dann kam die rechte Seite dran. Einige der Häuser kamen erst später.“ Eine vorgeschriebene Bauweise mussten die Bauherren damals einhalten: die Giebel nach vorn, der Anbau daran, später wurden die freien Flächen zum Rotbach überbaut.

Was aber die Mozartstraße bis heute noch ganz besonders auszeichnet ist ihre Baumallee – Japanische Kirsche – und „zwar die echte, die gibt es heute gar nicht mehr. Die nachgepflanzten sehen alle ganz anders aus“.