In Dinslaken fehlen Angebote für Jugendliche

Jugendliche wünschen sich mehr Veranstaltungen wie Poetry Slams, Lesungen und Konzerte. Auch wenn im Rahmen der Din-Tage das SYLS-Festival stattfindet (Foto), ist in anderen Städten das Angebot für Jugendliche attraktiver.
Jugendliche wünschen sich mehr Veranstaltungen wie Poetry Slams, Lesungen und Konzerte. Auch wenn im Rahmen der Din-Tage das SYLS-Festival stattfindet (Foto), ist in anderen Städten das Angebot für Jugendliche attraktiver.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Woran liegt es, dass die jungen Menschen so unzufrieden mit der Stadt zwischen Niederrhein und Ruhrpott sind? Wir haben einige gefragt.

Dinslaken..  Neues Einkaufszentrum, neue Stadtparkgestaltung – in Dinslaken tut sich etwas. Doch trotzdem scheint die Stadt gerade für Jugendliche immer unattraktiver zu werden. Viele junge Leute zieht es nach dem Schulabschluss weg. Zum Studieren, für ein freiwilliges soziales Jahr; in eine größere Stadt oder direkt in die große, weite Welt.

Unterstützung fehlt

„Dinslaken ist zu klein und leblos“, sagt Johannes. Der 18-Jährige findet das Angebot an Aktivitäten zu gering und ist deswegen eher unzufrieden mit seiner Heimatstadt. Er wünscht sich mehr Bars und Cafés, in denen es Veranstaltungen wie Poetry Slams, Lesungen oder Konzerte gibt. „So wie es das Café Victor Hugo gemacht hat“, sagt er. Der Schüler besucht gerne Konzerte oder Trödelmärkte und fährt dazu in Städte wie Köln, Dortmund oder Essen, „weil das Angebot dort einfach größer ist.“ Trotzdem findet Johannes, dass es auch in Dinslaken einige gute Veranstaltungen gibt, zum gerade Beispiel „Kunst sta(d)tt Leerraum“.

Der gleichen Meinung ist der 20-Jährige Luke. Es findet, dass es einige spannende Veranstaltungen in Dinslaken gibt. Den seit einigen Jahren stattfindenden PDS-Jam zum Beispiel, ein Skateboard- und BMX-Contest mit Konzerten von lokalen Bands. Solche Events seien gut organisiert, aber meist leider „kaum besucht“, bedauert Luke.

Auch würden viele junge Leute versuchen Konzerte zu organisieren, aber dabei finanziell kaum gefördert werden, sodass sie oft auf den Kosten sitzen blieben, meint er. Genau wie Luke wünschen sich viele Jugendliche in Dinslaken ein größeres Musikangebot. Auch die geringe Auswahl an Kneipen und Möglichkeiten zum Feiern sieht Luke, als Problem. Da er in Dinslaken eher unzufrieden ist, fährt auch er oft in Nachbarstädte wie Duisburg oder Oberhausen, oder auch mal etwas weiter weg nach Köln.

„Mehr Wochenendangebote, wie Partys, Konzerte oder Poetry Slams wären cool“, findet Celin. Die 20-Jährige würde sich auch freuen, wenn es mehrtägige Workshops in verschiedenen Bereichen geben würden und wenn ein neuer Skatepark gebaut werden würde.

Einen überdachten Skatepark wünscht sich auch Jannis. „Ich bin eher unzufrieden, da den Jugendlichen genug Platz zum Entfalten von Hobbys fehlt.“ Der 18-Jährige ist auch künstlerisch interessiert und würde sich wünschen, dass „mehr Mauern in der Innenstadt zum Malen freigegeben werden.“ Auch den Stadtpark könne man seiner Meinung nach besser nutzen. Es sollten dort „Freizeitangebote im Bereich Sport und Kunst angeboten werden, zum Beispiel Leinwandmalen oder Yoga.“

Mehr Kneipen

Auch mit den Ausgehmöglichkeiten in Dinslaken ist er unzufrieden. Es gebe zu wenige Kneipen, manche würden am Wochenende teilweise nur Jugendliche ab 21 einlassen. In seiner Freizeit zieht es den 20-Jährigen oft nach Oberhausen, Wuppertal oder Mülheim – weil er „etwas Spannendes erleben möchte und das in Dinslaken nicht umsetzen kann.“

Das könnte also ein Grund für die Unzufriedenheit der jungen Leute mit Dinslaken sein: Es gibt ihrer Ansicht nach zu wenige Freizeit- und Feiermöglichkeiten. Die jungen Einwohner wünschen sich ein vielfältigeres kulturelles Programm – mit mehr Konzerten, Lesungen oder Poetry Slams. Und finden es derzeit eher in umliegenden oder größeren Städten und eben nicht in ihrer Heimatstadt.

Ergebnisse des Bürgerbarometers

Die schlechtesten Noten gibt es bei dieser Frage des NRZ-Bürgerbarometers für das Angebot für Jugendliche (3,4) und für Menschen mit Behinderungen (3,19). Es ist ein deutliches Ergebnis, denn gerade nur 13 Prozent der Befragten finden, dass die Stadt für Jugendliche attraktiv sei. Fast 40 Prozent meinen, dass sie für diese Personengruppe eher nicht attraktiv ist. Das Ergebnis zeigt, dass sich hier zwar Familien mit Kindern recht wohl fühlen, aber dass irgendwann, ab einem bestimmten Alter der Kinder, das Angebot wegbricht, nicht vorhanden ist. Dass Dinslaken für Jugendliche attraktiv ist, finden noch am ehesten die jüngsten Befragten von 14 bis 19 Jahren und die älteren Befragten über 60 Jahre.

Am ehesten beurteilen Befragte aus Eppinghoven die Attraktivität für Jugendliche als zufriedenstellend. Von diesen bekommt das Angebot in einer Schulnote ausgedrückt eine drei. Mit 3,31 bewerten Befragte aus Hiesfeld die Attraktivität der Stadt für jüngere Menschen, Befragte aus Lohberg beurteilten das Angebot noch ein wenig schlechter: 3,38. Am schlechtesten fielen mit 3,48 die Bewertungen bei Befragten aus der Innenstadt aus.

Hinsichtlich der Bewertung der Attraktivität für Jugendliche landet Dinslaken im Vergleich mit neuen Städten im Mittelfeld. Bei anderen Bürgerbarometern erhielten Wesel, Rheinberg, Oberhausen, Duisburg und Moers aber auch nur Noten zwischen 2,5 und 3,5. Am schlechtesten hat hierbei Emmerich abgeschlossen, das mit einen Durchschnitt von vier bewertet wurde.