In der Remise hat die Spielzeit schon begonnen

Trio: (v.l.) Dramaturgin Nadja Blank, Leiterin Kindertheater Anna Scherer und Intendant Mirko Schombert.
Trio: (v.l.) Dramaturgin Nadja Blank, Leiterin Kindertheater Anna Scherer und Intendant Mirko Schombert.
Foto: Heiko Kempken/WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Am Ende ihres ersten Jahres in Dinslaken blicken Mirko Schombert und sein Team zufrieden zurück – und nach vorn.

Dinslaken..  Die alte Fußballerweisheit „Nach dem Spiel ist vor dem Spiel“ gilt auch im Theater. Zwar feierte das Team um Intendant Mirko Schombert am Sonntag vor einer Woche seinen ersten Saison-Kehraus auf dem Tenterhof, aber Dramaturgin Nadja Blank steckt mit dem Ensemble schon mitten in den Probearbeiten zur ersten Premiere der Spielzeit 2015/2016. Deren Abendspielplan beginnt am Freitag, 4. September, um 20 Uhr in der Kathrin-Türks-Halle mit Truman Capotes „Frühstück bei Tiffany“. Ein Ausstattungsstück, verspricht Nadja Blank. Zeitlos, aber am Chic der 50er Jahre angelehnt und mit Musik auf die Bühne gebracht.

Sie steht also unmittelbar bevor, die erste Spielzeit, die das Trio Mirko Schombert, Nadja Blank und Anna Scherer selbst aufstellte, nachdem es im letzten August aus Mainz nach Dinslaken wechselte. Die drei können mit ihrem ersten Jahr zufrieden sein. Bei der Anzahl der Vorstellungen und den Einnahmen verzeichnet Mirko Schombert eine nicht näher bezifferte Steigerung „im nicht zu niedrigen zweistelligen Prozentbereich“. Neue Spielorte seien Deutschlandweit erschlossen worden bzw. werden wiederbelebt, die Idee einer Bürgerbühne wurde in vier Ensembles mit insgesamt 70 Teilnehmern zwischen sechs und 87 Jahren umgesetzt, neue Kooperationen zwischen der Theaterpädagogik und weiterführenden Schulen abgeschlossen. Auch im Internet präsentiert sich die Burghofbühne Dinslaken neu. „Was wir uns vorgenommen haben, haben wir komplett erreicht“, freut sich Nadja Blank.

Und das gilt auch inhaltlich. Die Spielzeit 2014/2015 begann mit der herrlichen „Faust“-Inszenierung von Matthias Fontheim, die in Dinslaken geliebt oder gehasst wurde - dazwischen gab es nichts. Bei den Gastspielen in ganz Deutschland habe er fast jedes Mal eine Einführung gehalten, erzählt Mirko Schombert. Und das derart mitgenommene Publikum habe am Ende der Vorstellung oft frenetisch applaudiert - ohne dass die Inszenierung die Kontroverse komplett verloren hätte.

Risiken werden gedankt

„Die Zuschauer danken das Risiko“, so Schombert. Und das habe auch für „1984“ gegolten. Denn die eher psychologisch grausam gehaltene Folterszene aus diesem Stück sei der Moment gewesen, bei dem in den Gastspielen Zuschauer am häufigsten den Saal verlassen hätten. „Sie schrieben mir dann oft per Mail, dass sie das Stück nicht schlecht, sondern an der Stelle zu gut gemacht gefunden hätten, sie hätten es einfach nicht ausgehalten“.

Ungeteilten Zuspruch fand „Supertrumpf“. Das Kathrin-Türks-Preisträgerstück wurde sogar vom Kultursekretariat NRW für die Reihe „Kindertheater des Monats“ ausgewählt und als solches empfohlen und auch bezuschusst. Das Projekt „Jedem Kind einen Theaterbesuch, das am 11. September mit „Das kleine Ich bin ich“ wieder im Alten Gaswerk startet, wird es künftig auch in Geldern geben.

Aus dem „Theater Maxi-Menü“ in der kommenden Spielzeit wird die Reihe „Studio-Stürmer“. Durch die Remise als Spielstätte oder Doppel-Termine im Studio vergrößere sich die Kapazität um das Doppelte auf 60 Zuschauer. Das Konzept mit Pizza und Freigetränk bleibt, neu ist auch die Aufnahme eines Stückes aus dem Abendspielplan: in dieser Spielzeit „Benefiz - Jeder rettet einen Afrikaner“ für Jugendliche.

Das feste Schauspielensemble wird ohne Veränderungen in die neue Spielzeit gehen. Erstmalig inszenieren neben Schombert, Blank, Scherer und Joachim von Burchard Moritz Peters und Matthias Spaan.

Die begonnene Arbeit der letzten Spielzeit wird mit Kontinuität fortgesetzt. „Ich bin glücklich, was hier künstlerisch herausgekommen ist“, so der Intendant der Burghofbühne.

Spielzeit 2015/16: Das Premierenschauspiel beginnt am Freitag, 4. September, um 20 Uhr mit Truman Capotes „Frühstück bei Tiffany“ in der Kathrin-Türks-Halle. Es folgen am 23. Oktober „Das Bildnis des Dorian Gray“ nach dem Roman von Oscar Wilde und „Der Volksfeind“ von Henrik Ibsen am 29. Januar. Die Reihe endet am 11. März mit Mirko Schomberts Inszenierung der bissigen Komödie „Benefiz - Jeder rettet einen Afrikaner“ (auch am 8. April).

Aus dem „Theater Maxi Menü“ wird „Studio-Stürmer“, an der Pizza nach der Vorstellung ändert sich nichts. Diese wird am 16. Oktober nach dem Ein-Personen-Stück „Gullivers Reisen“ serviert. „So lonely“ folgt am 27. November, „Marathon“ am 19. Februar.

Das große Kinderstück zum Sommerbeginn wartet im kommenden Jahr mit Musik von Konstantin Wecker auf. Am Samstag, 4. Juni, zeigt die Burghofbühne in der Kathrin-Türks-Halle „Jim Knopf und Lukas, der Lokomotivführer“.