Hünxe: Schnuppersurfen bei Wind und Regen

Surflehrer Niklas Kleine (17) zeigt den Kindern, wie man das Rigg richtig befestigt und aufholt.
Surflehrer Niklas Kleine (17) zeigt den Kindern, wie man das Rigg richtig befestigt und aufholt.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Erster Tag am Tenderingssee im Rahmen der Hünxer Ferienspiele. Trotz des schlechten Wetters gaben sich Surflehrer Niklas Kleine und Mutter Eveline vom TVB alle Mühe, auch wenn eher gepaddelt wurde.

Hünxe..  Einige in den Boden gesteckte alte Surfbretter weisen den Weg zum Stützpunkt für Windsurfer am Tenderingssee. Schon aus der Ferne hört man fröhliche Kinderstimmen: Erster Tag des Schnupperkurses Surfen beim TV Bruckhausen im Rahmen der Hünxer Ferienspiele mit zehn Kindern im Alter von acht bis zehn Jahren.

Doch es ist sehr windig an diesem Morgen, die Wellen auf dem See kräuseln sich, drücken die fünf Surfbretter immer wieder ans Land. Surflehrer Niklas Kleine hat alle Hände voll zu tun. Der 17-Jährige hat das Rigg (Segel) an seinem Brett aufgeholt, fährt vor den Kindern im Uferbereich auf und ab, gibt Anweisungen zum richtigen Stehen auf den Surfbrettern und zum Aufholen des Riggs aus dem Wasser. Immer wieder fallen die Jungen und Mädchen ins relativ warme Nass (20 Grad) – die Außentemperatur beträgt nur 17 Grad – und haben sichtbar Schwierigkeiten.

„Es ist einfach zu windig, gut für gekonnte Surfer, aber nicht für einen Kinderschnupperkurs“, erklärt Eveline Kleine, Sport- und Pressewartin beim TVB und Landesobfrau für spezielle Segeldisziplinen. Seit 25 Jahren ist sie dabei und hat vom kleinen Holzhäuschen am See aus den Überblick. „Auf die Riggspiele an Land haben wir schon verzichtet, die Riggs fliegen denen weg.“ Also muss ihr jüngster Sohn Niklas, seit zwei Jahren mit Surflehrer-Lizenz, wieder ran und trägt zwei Riggs mit Hilfe einiger Kids ins Wasser.

Alle Teilnehmer am gut zweistündigen Schnuppersurfen sind vom TVB perfekt ausgestattet worden: kurze Surfhose, Trikot, Schuhe und natürlich mit angelegter Auftriebsweste. Das ist Pflicht und auch das „Seepferdchen“ ist Voraussetzung. Niklas Kleine weiß, wie man mit Kindern und Jugendlichen, die surfen möchten, richtig umgeht. Er selbst fährt aktiv Regatten, gibt mit einem Kollegen Surfkurse und betreut Surf-AGs für Schulen. „Wenn der Wind weht, denken Surfer anders“, steht auf einem Plakat.

Nach knapp 30 Minuten bricht Niklas die Surfversuche erst einmal ab. „Zu viel Wind, das macht keinen Sinn.“ Der junge Surflehrer bringt die Riggs wieder an Land. Den Kindern ist das egal, sie machen Balanceübungen, dürfen auf ihren Brettern paddeln und haben auch so ihren Spaß. Der steigert sich noch, als Niklas einen großen Wasserball holt und das Rettungsboot zu Wasser lässt. Einige Versuche braucht es zwar, um den Außenbordmotor anzulassen, aber dann geht’s hinaus auf den See. Die Kinder folgen mit ihrem Surfbrettern und versuchen, den Ball ins Boot zu werfen.

Auch das funktioniert nicht immer, denn der Wind am Baggersee wird immer kräftiger. „15 bis 16 Knoten, das ist Windstärke vier“, schätzt Eveline Kleine, „für Anfänger wäre Stärke zwei ideal“. Auch einige Mütter sind mitgekommen und schauen den Kindern zu, die langsam wieder ans Ufer zurückkehren. Einige lassen sich mit ihrem Brett vom Boot ziehen. „Die sind gleich schön müde“, weiß Eveline Kleine und blickt über den rauen See. In der Ferne rast ein gesteuertes Modellboot durchs Wasser, rechts am Ufer macht eine Schar Wildgänse es sich bequem. Es fängt leicht an zu regnen. Nach einer kurzen Pause – einige Kinder fangen an zu frieren und schlagen sich Handtücher um – wagt Niklas Kleine mit den Kids noch mal einen Surfversuch. Aber der ist nur von kurzer Dauer, „das ist eben Natur“. Alle Bretter werden an Land geholt und zusammen mit den Riggs im Schuppen verstaut.

Heute kommt die zweite Gruppe zum Schnupperkurs, dann stehen Eveline und Niklas Kleine wieder bereit – auch bei Wind und Regen.