Hünxe: Große Einigkeit beim Thema Asyl

Die KAB fühlte den vier Bürgermeisterkandidaten auf den Zahn.
Die KAB fühlte den vier Bürgermeisterkandidaten auf den Zahn.
Foto: Heiko Kempken / FUNKE Foto Servi
Was wir bereits wissen
Bei der Podiumsdiskussion der KAB mit den vier Bürgermeisterkandidaten blieben wirkliche Kontroversen die Ausnahme. Die zeigten sich beim Thema einer möglichen Ansiedlung einer Biogasanlage.

Hünxe..  Um den Bürgermeisterkandidaten auf den Zahn zu fühlen, hatte die KAB Sankt Albertus Magnus diese zur Podiumsdiskussion eingeladen. Wirkliche Kontroversen blieben dabei die Ausnahmeerscheinung. In vielen Punkten waren sich die Kandidaten mehr oder weniger einig. Einzig das Thema der möglichen Ansiedlung einer Biogasanlage spaltete die vier Kandidaten in zwei Fraktionen. „Es kann generell niemand etwas dagegen haben, so eine Anlage zu bauen“, erklärte SPD-Kandidat Werner Schulte. Dem schloss sich im Wesentlichen auch der parteilose Dirk Buschmann an: „Wenn der Investor die rechtlichen Bedingungen einhält, spricht nichts gegen eine solche Anlage“, sagte er. Viel kritischer sahen die anderen beiden Kandidaten die Planung. „Wir sprechen von einer Industrieanlage mit negativer Energiebilanz“, sagte Ralf Lange von den Engagierten Bürgern Hünxe (EBH) und verwies darauf, dass man schon lange nichts mehr von diesem Projekt gehört habe. CDU-Kandidat Michael Helmich gab sich als klarer Gegner dieser Ansiedlung zu erkennen. „Solche Anlagen sollten umweltverträglich sein und die Gülle und andere Stoffe dort verarbeitet werden, wo sie entstehen“, sagte er.

Ansonsten blieb es auf dem Podium weitestgehend ruhig. Zur Verbesserung der finanziellen Situation der Gemeinde hatte keiner der Kandidaten einen kreativen Vorschlag zu machen. Auch wenn sie sich darin einig waren, dass man nicht auf Kosten der Bürger sparen dürfe und auch keine weiteren Steuern erheben könne. Eine kleine Diskussion ergab sich bei der Frage, wieviel eine interkommunale Kooperation mit den Nachbargemeinden bringen könnte. „Das ist etwas, das in der Verwaltung schon immer gelebt wurde“, erklärte Dirk Buschmann, der selbst früher für die Gemeinde Hünxe gear-beitet hat. „Man muss aufpassen, dass man mit den anderen Gemeinden auf Augenhöhe zusammenarbeitet.“ Ähnlich sah das auch Werner Schulte. „Ich sehe da kein sehr großes Potenzial mehr, weil das tägliche Praxis in der Verwaltung ist“, erklärte der SPD-Kandidat. Michael Helmich und Ralf Lange sprachen sich für eine Prüfung der möglichen Kooperationsfelder aus und meinten, Vereinbarungen in diesem Bereich müssten von oben nach unten erfolgen. „Das muss natürlich Chefsache sein“, sagte Helmich.

Große Einigkeit auf dem Podium herrschte bei dem Thema der Flüchtlinge in der Gemeinde. „Diese Menschen kommen, weil sie sonst gefoltert oder umgebracht werden würden, und es ist unsere Pflicht, sie aufzunehmen“, sagte Werner Schulte. Und bekam für dieses Statement nicht nur kräftigen Applaus vom Publikum, sondern auch von seinen Mitbewerbern. CDU-Kandidat Michael Helmich sprach sich dafür aus, auch mit Menschen zu sprechen, die das Thema der Flüchtlinge kritisch betrachten. „Man darf sie nicht einfach verurteilen, sondern muss mit ihnen diskutieren und sie überzeugen“, sagte er. Alle Kandidaten forderten hier von Bund und Land mehr Mittel für die Unterbringung und Betreuung der Menschen, die als Flüchtlinge nach Deutschland kommen.

Wunschprojekte für Fall der Wahl

Interessante Ergebnisse lieferte die Frage nach den Wunschprojekten der Kandidaten für den Fall ihrer Wahl. Dirk Buschmann möchte das Haus Esselt mehr fördern, als dies bisher geschieht. Werner Schulte warb für die Wiederbelebung der Dorf- und Marktplätze der Gemeinde mit Hilfe der Bürger. Und Michael Helmich möchte Behördengänge erleichtern und die Verwaltung optimieren. Am Ende gab es von den Zuschauern Ap-plaus für alle Kandidaten.