Hünxe: Der Friedhof in den Bühler Bergen

Versteckt im Wald, in unmittelbarer Nähe zur Gahlener Straße, liegt der kleine Gatroper Friedhof in den Bühler Bergen. Der Begräbnisplatz wurde Anfang des 19. Jahrhunderts errichtet.
Versteckt im Wald, in unmittelbarer Nähe zur Gahlener Straße, liegt der kleine Gatroper Friedhof in den Bühler Bergen. Der Begräbnisplatz wurde Anfang des 19. Jahrhunderts errichtet.
Foto: Heiko Kempken / FUNKE Foto Servi
Was wir bereits wissen
Anfang des 19. Jahrhunderts vom damaligen Schlossherrn Moritz Karl Freiherr von Nagell errichtet, besteht der Begräbnisplatz auch heute noch an der gleichen Stelle.

Hünxe..  Wohl als Folge der Gründung einer eigenen reformierten Kirchengemeinde wurden in Gartrop mehrere Begräbnisplätze errichtet. Auch der Friedhof in den Bühler Bergen gehört dazu – unscheinbar im Wald gelegen und von der Gahlener Straße kaum einsehbar. Er wurde Anfang des 19. Jahrhunderts von dem damaligen Schlossherrn, Moritz Karl Freiherr von Nagell, als Friedhof für die Mitglieder der reformierten Kirchengemeinde Gartrop (Patronatsgemeinde) geschaffen.

Der Friedhof besteht auch heute noch an der gleichen Stelle. Die Patronatsgemeinde gibt es zwar nicht mehr. „Aber die Angehörigen der ehemaligen Mitglieder dieser Kirchengemeinde können ihre Toten immer noch in ihren Familiengruften dort beisetzen“, wie Heinz Rühl, Vorsitzender des Heimat- und Verkehrsvereins Hünxe, bestätigt. Der 70-Jährige kennt fast alle Namen der hier Bestatteten.

21 Pastöre habe es in den letzten knapp 200 Jahren in der Kirchengemeinde Gartrop gegeben, einige davon seien auch auf dem Friedhof in den Bühler Bergen beerdigt worden. Rühl zeigt auf den ältesten Familiengedenkstein von 1868, dem Todesjahr von Pastor Trompeter. Das zweitälteste Grab ist das der Familie Bosmann („Er war mal Schirrmeister auf dem Schloss“).

Heinz Rühl kennt die Zusammenhänge. Die Schlossherrschaft aus dem Haus Gartrop war reformiert, während die Kirchengemeinde Hünxe, zu der auch die Zivilgemeinde Gartrop gehörte, lutherisch war. Zu der Patronatsgemeinde gehörten neben der adeligen Familie auch die Bewohner der sogenannten „Freiheit Gartrop“ (Arbeiter und Angestellte des Schlosses). Bis zur Anlage des Waldfriedhofes wurden auch die Toten der Patronatsgemeinde Gartrop auf dem Hünxer Friedhof rund um die Kirche begraben, die Angehörigen der adeligen Familie teilweise in einer Grabkammer in der Kirche beigesetzt.

In den 1840er Jahren legte die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Hünxe einen neuen Friedhof an, der bis heute noch als Begräbnisplatz dient. Der alte Friedhof rund um die Dorfkirche wurde zum gleichen Zeitpunkt geschlossen. Dies wurde von dem damaligen Schlossherrn offensichtlich zum Anlass genommen, für seine evangelisch-reformierte Patronatsgemeinde Gartrop nun einen eigenen Friedhof anzulegen.

Am 10. Oktober 1845 weihte der damalige Gartroper Pfarrer Wilhelm Ehrlich den Friedhof ein. Heinz Rühl: „Es fanden aber schon vorher an dieser Stelle Bestattungen statt. Das geht aus einer Eintragung im Sterbebuch der reformierten Patronatsgemeinde Gartrop von 1836 hervor.“

Eintragung

Im Sterbebuch (liegt im Kirchenarchiv Hünxe) heißt es in der Eintragung unter „Gestorbene“ – notiert vom Pfarrer Künzel: „1836 am 20. Mai starb Ida Koch, Töchterchen der Eheleute Herrn Rentmeister Koch und Luise geb. Schnuran, hier in Gartrop, 7 Monate alt und wurde begraben am 21. Mai in den Bühler Bergen, da, wo nächstens der neue Friedhof angelegt werden soll.“