Hünxe: Auf den Ernstfall vorbereitet

Ein Hundeführer  wird samt Vierbeiner abgeseilt.
Ein Hundeführer wird samt Vierbeiner abgeseilt.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Auf dem Gelände des ehemaligen Anita-Thyssen-Heims werden Vierbeiner und ihre Führer aus ganz Deutschland geschult. Am Samstag öffnete der Verein die Türen

Hünxe..  Wenn Menschen vermisst, unter Trümmern begraben werden oder andere Notfälle eintreten, ist schnelle Hilfe unabdingbar. Häufig sind dann Staffeln des Bundesverbandes Rettungshunde im Einsatz. In Deutschland unterhält der Verein rund 80 Staffeln und ihnen allen ist gemein, dass sie in Hünxe auf dem Gelände des ehemaligen Anita-Thyssen-Heims für den Ernstfall ausgebildet werden. Am Samstag konnten sich Besucher beim Tag der offenen Tür ein Bild davon machen.

„Alle Mitglieder werden hier geschult – Hund, Hundeführer und Zugführer“, erläutert Inge Wortmann, die die Seminare begleitet und selbst als Hundeführerin aktiv ist. Weit über 2 000 Mitglieder zählt der Verein, der in Deutschland, aber auch in internationalen Krisengebieten aktiv ist. „Wir sind bekannt dafür, dass wir innerhalb von 12 Stunden Deutschland verlassen können“, so Wortmann. Voraussetzung dafür ist das Hilfegesuch eines Landes bei der internationalen Staatengemeinschaft. „Da laufen wir dann unter UNO-Mandat im Rahmen von ISAR (International Search and Rescue) Germany.“

Ein Beispiel dafür waren die Verwüstungen auf den Philippinen, die der Taifun Haiyan 2013 dort hinterließ. Unter anderem wurde dabei fast die gesamte Stadt Tacloban dem Erdboden gleichgemacht.

Die Arbeit der Hunde und ihrer Führer teilt sich in solchen Fällen in drei Bereiche auf. „Wir unterscheiden zwischen Flächensuche, Trümmersuche und Mantrailing“, so Wortmann. Beim Mantrailing wird dem Rettungshund ein Gegenstand unter die Nase gehalten, der den Geruch der Person trägt. Der Rettungshund kann dann die Fährte aufnehmen und die Person ausfindig machen.

Wichtig ist dabei ein eingespieltes Team. „Man kann den Hund nicht zwingen, Dinge zu tun, die er nicht will. Man arbeitet im Team, nicht autoritär.“ Gerade in belastenden Situationen muss das Team bedacht und ruhig arbeiten. Daher werden auch Extremsituationen wie Terroranschläge, Gasexplosionen und Arbeiten unter Beschuss trainiert. Die Seminare geben rund 80 ehrenamtliche Ausbilder. Was Hund und Mensch können müssen, konnten Besucher am Samstag bei Vorführungen sehen.

Dabei geht es nicht nur darum, mit dem Hund zu arbeiten, sondern auch technische Dinge wie das Lesen von Karten oder das Einstellen eines GPS zu erlernen. Der Andrang zu den Schulungen ist in Hünxe derzeit so groß, dass man darüber nachdenkt, zu erweitern. Denn nicht nur die eigenen Staffeln, sondern beispielsweise auch Einheiten der Polizei bereiten sich hier vor.