Holzhackschnitzel sorgen in Friedrichsfeld für Wärme

Prokurist Hans Büch auf der Baustelle in Friedrichsfeld. Hier entsteht ein Heizwerk für die Fernwärmeversorgung von Friedrichsfeld.Foto:Heiko Kempken
Prokurist Hans Büch auf der Baustelle in Friedrichsfeld. Hier entsteht ein Heizwerk für die Fernwärmeversorgung von Friedrichsfeld.Foto:Heiko Kempken
Foto: Heiko Kempken / FUNKE Foto Servi
Was wir bereits wissen
Die Fernwärmeversorgung Niederrhein investiert in Friedrichsfeld 4,2 Millionen Euro. Heizwerk versorgt zunächst ein Unternehmen und 95 Wohngebäude

Voerde/Dinslaken..  Der Kran steht und dreht sich, Material für die Baustelle wird angeliefert. Ein Bagger hebt eine Grube aus. Auf dem Grundstück an der Straße Am Industriepark in Friedrichsfeld haben die Arbeiten für ein Biomasseheizkraftwerk begonnen. Wenn alles fertig ist, werden auf dem Gelände jede Menge Holzhackschnitzel verbrannt. Mit dem Feuer wird Wasser erhitzt, das durch Leitungen zu vielen Wohnhäusern gelangt und dort besonders im Winter für behagliche Temperaturen in den Zimmern sorgt.

Im vergangenen Herbst hatte die Fernwärmeversorgung Niederrhein, eine Tochter der Stadtwerke Dinslaken, die Pläne für Fried­richsfeld vorgestellt. Holz, das nicht mehr gebraucht wird, werde für die Wärmeerzeugung eingesetzt, berichtet Hans Büch, Prokurist bei der Fernwärmeversorgung Niederrhein, bei einem Termin auf der Baustelle. Unbehandeltes Holz, alte Paletten sowie Reste aus Sägewerken würden zu Hackschnitzel verarbeitet und dann per LKW nach Friedrichsfeld transportiert.

Die Art der Wärmeerzeugung zahle sich aus, für die Kunden und für die Umwelt. Die Realisierung des Projektes bedeutet eine jährliche Einsparung von 1930 Tonnen CO2 gegenüber der Wärmeversorgung mit Erdgas. Einmal pro Woche, wenn es richtig kalt sei, vielleicht auch zwei Laster pro Woche, beschreibt Büch die Lieferabstände. Über Schubböden, die sich innerhalb des neuen Gebäudes befinden, gelangt das Material zu den Öfen. Um die Versorgung auch in Spitzenzeiten zusichern, wird zudem noch ein Gaskessel mit einer Leistung von 3800 kW installiert. Die beiden Holzschnitzel-Anlagen haben eine Leistung von jeweils 1100 kW. Der Einsatz von zwei Pufferspeichern mit einem Volumen von jeweils 50 Kubikmeter sei ebenfalls geplant, so Büch.

Das Projekt sei nur finanzierbar, weil von mehreren Kunden erklärt wurde, sie werden Fernwärme vom Biomasseheizwerk beziehen. So hat die Wohnbau Dinslaken vor, 67 Gebäude demnächst mit Fernwärme versorgen zu lassen. Weitere Hauseigentümer hätten solche Absichtserklärungen ebenfalls abgegeben, so dass am Ende 95 Wohngebäude sowie das Siemens-Werk von der Anlage versorgt werden. Dafür wird ein fünf Kilometer langes Leitungsnetz geknüpft. Zunächst bis in den Bereich der Bülow-, Wilhelm- und Poststraße. Die Hälfte der neuen Fernwärme-Kunden sollen bis zur Heizperiode 2015/2016 am Netz an geschlossen sein, der Rest folge bis Ende 2016. Auch eine Verlängerung über die Bundesstraße 8 sei zu einem späteren Zeitpunkt vorstellbar.

Insgesamt investiert die Fernwärmeversorgung Niederrhein 4,2 Millionen Euro in die neue Anlage und in das Netz. Auch die Hausbesitzer investieren, denn vorhandene Erdgaskessel müssen durch Übergabestationen für die Fernwärme ersetzt werden.