Hilflosigkeit

Zur Anhebung der Grundsteuer B in Voerde: Den Mitarbeitern im Voerder Rathaus, aber hoffentlich auch dem Bürgermeister und den Ratsmitgliedern, klingeln derzeit die Ohren. Denn zahlreiche Voerder Bürger machen ihrer Empörung über die drastische Erhöhung der Steuersätze telefonisch Luft.

Was nur zu verständlich ist. Denn wer kopfschüttelnd feststellen muss, dass seine Gemeindeabgaben um nahezu 20 (!) Prozent gegenüber dem Vorjahr steigen, fragt sich automatisch, wer dafür wohl verantwortlich ist. Die Antwort ist klar: Rat und Verwaltungsspitze.

An dieser Feststellung ändern auch deren hilflose Entschuldigungen nichts. Immer neue Aufgaben, schlechte Finanzlage, anderen Kommunen geht’s auch nicht besser – diese Argumente aus dem Rathaus treffen nur zum Teil zu. Denn wer wie die klamme Stadt Voerde finanziell am Krückstock geht, sollte sich besser auf Mittel besinnen, die jeder verantwortungsvolle Familienvorstand beherzigt: Er spart und er gibt kein Geld aus, das er nicht hat.

Einfalls-und hilflos ist es dagegen, anderen Menschen in die Tasche zu greifen, um eigene Wünsche zu befriedigen. Wo bleibt der ernsthafte Versuch, Ausgaben zu senken statt Einnahmen zu steigern ? Wo bleiben Sparlisten, die nicht nur Makulatur sind ? Nichts davon ist in Sicht, obwohl eilfertige Versprechungen jetzt folgen werden.

Es steht deshalb zu befürchten, dass im Voerder Rathaus auch künftig Wasser gepredigt, aber Wein getrunken wird. Und wer zahlt die Zeche ? Natürlich der Bürger.