Hier bitte nicht baden!

Die DLRG wacht am Wochenende an der Rheinrettungsstation in Möllen und ist in Rufbereitschaft. Immer wieder gehen Menschen im Rhein baden
Die DLRG wacht am Wochenende an der Rheinrettungsstation in Möllen und ist in Rufbereitschaft. Immer wieder gehen Menschen im Rhein baden
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Schwimmen im Ententeich am Rathaus Dinslaken ist gefährlich für Mensch und Teich. DLRG ist am Wochenende in Alarmbereitschaft: Rhein ist eine Schiffs-Autobahn, kein Schwimmbad

Dinslaken..  So schön bei diesen Temperaturen eine Abkühlung im kühlen Wasser auch sein mag - nicht jedes Gewässer ist dafür geeignet.

Immer wieder wurden zuletzt Badende im frisch angelegten Ententeich am Rathaus ertappt. Dieser sei „für diese Zwecke nicht geschaffen“. Darauf weist die städtische Pressestelle hin. Denn Ufer und Boden bestehen aus Schottermaterial, das sich bei Dauerbelastung in den Untergrund drückt und die Dichtheit des Teichs gefährdet. Außerdem sind auf dem Teichboden Installationsleitungen für die Wasserfontäne verlegt.

Vor allem aber sei der Teich nicht beaufsichtigt und im Ernstfall könne keine schnelle Hilfe geleistet werden. Für Kinder können selbst kleine Wasserflächen zur tödlichen Falle werden - daher appelliert die Stadt an die Einsicht von Eltern und Begleitpersonen. Gegen ein erfrischendes Fußbad an den Treppenstufen sei nichts einzuwenden, heißt es aus der Stadtverwaltung, weiter sollte das sommerliche Planschvergnügen im Interesse der eigenen Sicherheit aber nicht gehen.

Auch die DLRG Dinslaken warnt eindringlich davor, sich im Rhein abzukühlen. „Der Rhein ist kein Schwimmbad sondern eine Autobahn für Schiffe“, mahnt die DLRG. Am heißen Wochenende sind die Retter mit verstärkten Kräften an der Rheinrettungsstation in Möllen präsent und werden - ebenso wie die Feuerwehr - im Notfall von der Kreisleitstelle alarmiert. Denn trotz aller Warnungen beobachtet das DLRG-Team immer wieder Menschen, die im Rhein schwimmen, oder, noch schlimmer, Kinder, die im Rhein planschen, „während die Eltern 20 Meter weiter am Grill sitzen“, so Ausbildungsleiter Fabian Friese. Wenn ein Binnenschiff vorbeifährt, werden mehrere hundert Tonnen Wasser verdrängt. Dadurch fällt der Wasserspiegel schlagartig um mehrere Meter ab. Kinder, die am Wasser spielen, folgen der abfallenden Wasserlinie, werden vom zurückkehrenden Wasser überrascht „und sind dann plötzlich in den Mitte der Fahrrinne“, warnt Friese. Eltern, die versuchen die Kinder zu retten, geraten häufig selbst in Not, weil sie versuchen, gegen die Strömung anzuschwimmen. Denn auch für geübte Schwimmer ist das Schwimmen im Rhein „lebensgefährlich“, so die DLRG. Deren Strömungsretter haben in der vergangene Woche getestet unter welchen Bedingungen der Rhein durchquert werden kann - gesichert durch Motorrettungsboote und volle Schutzausrüstung. Selbst sie wurden rund 700 Meter stromabwärts getrieben, bevor sie das gegenüberliegende Ufer erreichen konnten.

Wer jemanden im Rhein in Not sieht, sollte sofort die 112 anrufen und die Person im Auge behalten, rät die DLRG.