Haftstrafe für Drogenhändler

Recht sprechen ohne Ansehen der Person, dafür steht Justitia.
Recht sprechen ohne Ansehen der Person, dafür steht Justitia.
Foto: Martin Langner
Was wir bereits wissen
Landgericht verurteilte 36-jährigen Dinslakener wegen unerlaubten Handelns mit Betäubungsmitteln. Dessen Vater landete auch hinter Gittern.

Dinslaken/Duisburg..  Wegen unerlaubten Handelns mit Betäubungsmitteln verurteilte das Landgericht Duisburg jetzt einen 36-jährigen Dinslakener zu vier Jahren und acht Monaten Haft. Spät hatte der Angeklagte ein Geständnis abgelegt, das ihn vor einer deutlich längeren Strafe bewahrte.

Die Anklage hatte ursprünglich zwölf Fälle aufgelistet: Insgesamt soll der 36-Jährige zwischen Mai 2012 und November 2014 mit 8,5 Kilo Marihuana, 2,8 Kilo Amphetamin und 2000 Ecstasy Tabletten gehandelt haben. Doch im Rahmen einer Verständigung, die dem 36-Jährigen eine relativ milde Strafe für den Fall des Geständnisses eines Teils der Anklage zusicherte, wurde der Rest der Anklagepunkte eingestellt. Übrig blieb so in den Feststellungen des Gerichts neben den Ecstasy-Tabletten nicht einmal ein Viertel der Mengen.

Von der Polizei observiert

Das Rauschgift war in den Niederlanden gekauft und durch Kuriere über die Grenze gebracht worden. Zuletzt observierte die Polizei den Drogenring, nahm am 28. November 2014 auch den Angeklagten fest. Mehrere Komplizen des Mannes, darunter auch der niederländische Lieferant, sitzen bereits mehrjährige Haftstrafen ab.

Im Laufe des turbulenten Verfahrens landete auch der Vater des Angeklagten hinter Gittern: Am vergangenen Verhandlungstag hatte sich herausgestellt, dass er einen Zeugen in der Justizvollzugsanstalt besucht und versucht haben soll, ihn zu beeinflussen. Der Mann war noch im Gerichtssaal wegen Verdachts der Anstiftung zur Falschaussage festgenommen worden und sitzt nun in Untersuchungshaft.

Auch der Angeklagte war aufgefallen: Während des Freiganges des Zeugen hatte er diesem vom Zellenfenster eine Nachricht zugeworfen, in der er seine Einlassung vom ersten Verhandlungstag aufgeschrieben hatte. „Du musst genauso aussagen“, schrieb er dem Empfänger.

Am Ende sprach für den 36-Jährigen insbesondere der Umstand, dass er bislang nicht vorbestraft war. Strafschärfend wirkte sich dagegen aus, dass er, nachdem er bereits zweimal der Polizei aufgefallen war, trotzdem immer wieder mit dem Drogenhandel weiter gemacht hatte.

Mit dem Urteil ordnete die Strafkammer auch die Unterbringung des Drogenabhängigen in einer Entziehungsanstalt an. Voraussichtlich wird der Angeklagte die Therapie zeitnah antreten können und hat Chancen, bei erfolgreicher Teilnahme in zwei Jahren wieder auf freien Fuß zu kommen.