„Habe die Mitgliedsnummer zwölf“

Ulrich Slusarek.
Ulrich Slusarek.
Foto: Heiko Kempken / FUNKE Foto Servi
Was wir bereits wissen
Anlässlich von 35 Jahre Die Grünen im Bund blickt Ulrich Slusarek, stellvertretender Fraktionsvorsitzender, auf gut 30 Jahre grüne Politik in Hünxe zurück.

Hünxe..  35 Jahre Die Grünen in Westdeutschland und West-Berlin bedeutet gleichzeitig auch gut 30 Jahre Die Grünen in Hünxe. Als am 6. August 1984 die Gründungsversammlung in der Gaststätte „Jägerhof“ stattfand, war auch Ulrich Slusarek aus Bruckhausen bereits dabei. „Ich habe die Mitgliedsnummer zwölf.“ Die NRZ sprach mit dem stellv. Hünxer Fraktionsvorsitzenden von Bündnis 90/Die Grünen und langjährigen Ratsmitglied über die Anfänge bis heute.

Der damals 23-Jährige hatte 1984 gerade seine Ausbildung zum Zierpflanzengärtner beendet. „Ich war politisch interessiert, besonders in die großen Themen der Friedenspolitik mit Natur und Umwelt. Da lag es nahe, bei den Grünen aktiv zu werden“, blickt Slusarek zurück. Der Kontakt lief über Jörg Kons, auch heute noch im Schulausschuss und Parteivorstand aktiv. Besuch von den Kreis-Grünen unter Hubert Kück habe es damals auch gegeben. „Wir haben uns im Jägerhof informiert, wie ein Ortsverband funktioniert.“

Bei der Gründungsversammlung in Hünxe wurde Marion Wiedemann zur 1. Vorsitzenden gewählt, für die anstehende Kommunalwahl 1984 entschied man sich für den Slogan „grün, grün-offen, grün-alternativ“. „In kurzer Zeit hatten wir über 30 Mitglieder“, erinnert sich Slusarek. Auf der Versammlung zehn Tage später wurden auch die Kandidaten für die Reserveliste gewählt: Günther Lohmann wurde Fraktionsvorsitzender, in den neuen Gemeinderat zogen mit Brigitte Birken und Klaus Glowka zwei weitere grüne Ratsmitglieder ein.

Ulrich Slusarek nennt einige Themen, mit denen sein Ortsverband 1984 und bei der Wahl 1989 (vier Sitze) gepunktet habe: PCB-Belastung auf der Sondermülldeponie Hünxe/Schermbeck, Tieffluglärm in Drevenack, Verkehrspolitik. „Tempo-30-Zonen waren damals noch Utopie. Wir hatten einen Zebrastreifen auf die Dorstener Straße gemalt.“ Und: „Unter SPD-Bürgermeister Reinhold Peters waren wir als Neue im Rat nicht gut gelitten, vor allem meine streitbaren Kollegen Nikolo Bittner und Günter Radczimanowski.“

Bedingt durch sein Studium in Höxter sei er seit 1987 nicht mehr so aktiv in grüner Politik gewesen. Das änderte sich wieder Mitte der 90er Jahre, als es nach internen Streitigkeiten einige Austritte bei den Hünxer Grünen gab. Vor allem im Umweltausschuss engagiert sich Slusarek – bis heute. „Unsere stärkste Zeit war das letzte Jahrzehnt“, nennt er Themen wie Errichtung der Gesamtschule, Erhalt des Hallenbades, Westrandbebauung, Bioenergieanlage. Die 12,2 Prozent bei der Kommunalwahl 2009 seien auch ein Verdienst von Bürgermeisterkandidatin Heike Kohlhase gewesen. Die Enttäuschung nach der Wahl 2014 (zwei Sitze) sei gewichen. Ulrich Slusarek: „Wir wollen wieder verstärkt das Interesse bei jungen Leuten wecken. Es herrscht Aufbruchsstimmung bei den Hünxer Grünen!“