„Gut aufgestellt für die Zukunft“

Dinslaken..  Die acht Gemeinden des Ev. Kirchenkreises Dinslaken hatten ihre Hausaufgaben gemacht. In den vergangenen sechs Monaten haben sie sich in Arbeitsgruppen eingehend mit der Zukunft des Kirchenkreises befasst. Angesichts des steigenden finanziellen Drucks im Kirchenkessel haben sie zu den drängenden Strukturfragen miteinander Lösungsvorschläge erarbeitet: Wie viele Pfarrstellen werden wir zukünftig noch vorhalten bzw. besetzen können? Wie können wir sicherstellen, dass neben den PfarrerInnen auch noch genügend qualifizierte andere Berufsgruppen wie Jugendleiter, Kirchenmusiker, Küster etc. in den Gemeinden vertreten sind? Wie können wir für Kindertageseinrichtungen und Diakonie eine Verwaltung so gestalten, dass sie schnell reagieren und effektiv arbeiten kann?

Auf seiner Sommersynode im Martin-Niemöller-Haus in Walsum kam jetzt das Kirchenparlament zusammen, um über die Lösungsvorschläge zu diskutieren und abzustimmen. Es fasste seine Beschlüsse jeweils mit großer Mehrheit.

Pfarrstellen werden abgebaut

Mit dem Pfarrdienst hatte sich die Kreissynode schon 2012 befasst und beschlossen, die Zahl der Gemeindemitglieder pro Pfarrstelle auf 2500 anzuheben, was bis zum Jahr 2020 erreicht sein soll.

Demnach müssen bis dahin vier bis sechs Pfarrstellen im Kirchenkreis abgebaut werden. Dies soll zum Teil durch Pensionierung und Kirchenkreis-interne Umbesetzung erreicht werden (closed-shop-Verfahren). Die Synode stimmte nun einer stärker kreiskirchlichen Steuerung bei der Versorgung der Gemeinden mit PfarrerInnen zu. Deren Wahl liegt auch weiterhin eindeutig bei den Gemeinden, allerdings kann der Superintendent nun leichter Vertretungslösungen finden, wenn in Gemeinden übergangsweise PfarrerInnen fehlen.

Auch die anderen haupt- und nebenamtlich Mitarbeitenden nahm die Synode in den Blick. Um die Reduzierung oder den Abbau von Kirchenmusiker-, Küster-, Jugendleiterstellen etc. zu stoppen, der in vielen Gemeinden unumgänglich geworden war, wurde nun ein Konzept zur verbindlichen Zusammenarbeit benachbarter Gemeinden beschlossen. So können (um attraktive Stellen zu erhalten) Kirchenmusiker in zwei Gemeinden tätig sein. Es können aber auch übergemeindliche Dienste, von denen mehrere Gemeinden profitieren, auf der Ebene des Kirchenkreises angebunden werden. Sie sind dann von den Gemeinden zu finanzieren, die diese Dienste nutzen wollen.

Die Synode beschloss auch eine Veränderung der Verwaltung von Diakonischem Werk und Kinderwelt, also dem Trägerverbund von 19 evangelischen Kitas im Kirchenkreis. Die Verwaltung dieser beiden Dienste wird zukünftig unter dem Dach des Kirchenkreises als eine eigenständige Abteilung arbeiten. Damit sollen Kosten reduziert und mehr Flexibilität erreicht werden.

Mit den Entscheidungen kam das Leitungsgremium seiner Verpflichtung nach, „verantwortungsbewusst auf die kirchlichen und gesellschaftlichen Veränderungen zu reagieren und das Gesicht der Kirche von morgen aktiv zu gestalten“.