„Grundschule ist das Einzige, was geblieben ist“

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Dinslaken..  „Die Grundschule ist das Einzige, was den Lohbergern noch geblieben ist“. Das meint die Schulpflegschaft, die eine Unterschriftenaktion für den Erhalt der Schule gestartet hat. Die Listen mit nach eigenen Angaben 1565 Unterstützern wollen die Elternvertreter heute an Bürgermeister Dr. Michael Heidinger überreichen. „Wie viel ist der Stadtteil noch wert, wenn nach und nach die Infrastruktur zusammenbricht?“, fragen die Eltern.

Seit die CDU sich für die Schließung ausgesprochen hat, weil sie eine Integration in einer Schule, die fast ausschließlich von Kindern mit ausländischen Wurzeln besucht wird, für nahezu ausgeschlossen hält, ist die Diskussion um den Standort neu entbrannt.

Die Schulpflegschaft hält dagegen: „Die Eltern der GGS Lohberg sind mit der guten pädagogischen Arbeit der Lehrer sehr zufrieden“. Sie verweist auf das „Koala“-Projekt zur Förderung der Mehrsprachigkeit, auf die Rhythmisierung des Ganztages, Elternarbeit, individuelle und Frühförderung. Die Unterschriftenlisten hatten die Eltern in Geschäften, der Ditib-Moschee und bei Vereinen ausgelegt.

Nach dem Grundsatz „kurze Beine, kurze Wege“ brauche der kinderreiche Stadtteil eine Schule. Man müsse auch am Image der Schule arbeiten und Vertrauen wieder herstellen, so Schulpflegschaftsvorsitzende Gülsum Yigit mit Blick auf die Anmeldezahlen. Auch die Statistik zur Übergangsquote auf das Gymnasium, nach der Kinder der GGS Lohberg stadtweit das Schlusslicht bilden, hält Gülsum Yigit für nicht aussagekräftig. Dazu müsste man vergleichen, wie viele Kinder mit Migrationshintergrund an anderen Schulen den Übergang auf das Gymnasium schaffen.

Nicht nur die CDU, auch SPD-Ratsherr Eyüp Yildiz sieht die Schule aufgrund der fehlenden Mischung der Schüler kritisch und hat dies mehrfach öffentlich bekundet. In einer Stellungnahme zur Unterschriftenaktion auf seiner Facebookseite schreibt er: „Kinder, die auf die Lohberger Grundschule gehen, haben erheblich geringere Chancen auf den weiterführenden Schulen“. Darüber müsse man die Eltern informieren. „Die Lohberger Kinder sind nicht zu blöd und auch die Förderarbeit an der Schule ist nicht schlecht. Aber all das hilft nichts in einem Schulumfeld, in dem die Kids weitgehend unter sich bleiben.“ Man müsse allerdings auch die Eltern fragen, was sie für ihren Nachwuchs wollen, meint Yildiz.

Eine Schließung der Schule ist aber keineswegs bereits beschlossene Sache. Am 24. Juni trifft sich erstmals ein Runder Tisch, an dem Fraktionen, Verwaltung, Schulaufsicht, Schulvertreter und Caritasverband sitzen werden. Das Ergebnis der Beratungen sei völlig offen, so Stadtsprecher Horst Dickhäuser. Eine Schließung müsste zudem vom Stadtrat beschlossen werden.