Großes Interesse an einer Innenstadtimmobilie

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Dinslaken..  Groß war der Andrang, die Stühle im Saal 206 reichten gar nicht aus. Eine Bank wurde kurzerhand vom Flur in den Saal des Amtsgerichts gebracht und trotzdem mussten einige die Bieterstunde im Stehen verbringen. Bei diesem Zwangsversteigerungstermin ging es um ein Geschäfts- und Wohnhaus an der Wallstraße. Sechs Wohnungen, eine Reihe von Garagen, die über die Klosterstraße zu erreichen sind, und zwei Ladenlokale gehören dazu. Ein Gutachter hatte den Verkehrswert des Objektes auf 405 000 Euro festgelegt. Am Ende erhielt eine Bietergemeinschaft, für die der Dinslakener Manfred Bodstein die Gebote abgab, den Zuschlag.

Das Gebäude grenzt an den Edeka-Komplex, dessen Besitzer jüngst gewechselt hat. Die Bieter ließen sich gestern Vormittag nicht lange bitten. Als die Bieterstunde, die allerdings nur 30 Minuten lang ist, um 9.46 Uhr eröffnet wurde, gab es sofort das erste Gebot über 230 000 Euro. Manfred Bodstein aus Dinslaken gab für eine Bietergemeinschaft das zweite Gebot ab: 240 000 Euro. Damit war noch lange nicht Schluss. Für das 1957 erbaute Gebäude gab es weitere Interessenten, die nach und nach ein Gebot abgaben. Der Betrag kletterte von 245 000 Euro auf 285000 Euro. Ein weiterer Dinslakener hatte wohl ein besonderes Interesse an dem Objekt: Er stieg gleich mit einem Gebot von 370 000 Euro ein. Schrittweise näherten sich die Bieter der Summe, die vom Gutachter als Verkaufswert angegeben worden war. Als dieser erreicht wurde, beteiligten sich noch drei, vier Bieter. Als es aussah, dass das Gebäude für 460 000 Euro den Besitzer wechseln würde, gab ein Ehepaar aus Voerde sein erstes Gebot ab.

So viele Interessenten nicht erwartet

Manfred Bodstein hatte sich bis dahin zurückgehalten, setzte mit 485000 Euro eine neue Marke. Damit er den Zuschlag erhielt, musste er noch einmal 10 000 Euro drauflegen. Um 10.26 Uhr, nach etwas mehr als einer halben Stunde seit Beginn der Zwangsversteigerung war die Sache unter Dach und Fach: Der Zuschlag wurde erteilt. Wohl auch zur Freude der Sparkasse, die das Zwangsversteigerungsverfahren in Gang gesetzt hatte. Für ihn sei es eine Geldanlage, sagte Manfred Bodenstein im Gespräch mit der NRZ. Die beiden Ladenlokale und die sechs Wohnungen würden weiter vermietet bleiben. Mit einem so großen Interesse hatte auch er nicht gerechnet.