Gottesdienst aus Dinslaken im Fernsehen

Vor dem Altar hatte die Kamera Position bezogen.
Vor dem Altar hatte die Kamera Position bezogen.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Das ZDF übertrug am Sonntag eine Messe live aus der Heilig-Geist-Kirche in Hiesfeld. Für die Sendung waren viele Vorbereitungen notwendig.

Dinslaken..  Schon am Freitag rotieren rund um die Heilig-Geist-Kirche das Fernsehteam und seine Helfer aus der Gemeinde. Technik aufbauen steht auf dem Plan und neben den professionellen Technikern vom ZDF sind hier auch junge Menschen aus der Gemeinde im Einsatz. Für die Helfer eine ganz besondere Erfahrung. „Es ist interessant zu sehen, was für ein Aufwand für die Übertragung von 45 Minuten Gottesdienst betrieben wird“, sagt der 24-jährige Stephan Berger, der mit zu den jungen Helfern aus den Reihen der Gemeindemitglieder zählt. „Wie viele Menschen im Hintergrund an so einer Sendung beteiligt sind, bekommt man als Zuschauer sonst nicht mit“, ergänzt der 25-jährige Simon Bielinski.

Dabei steht für die Helfer einiges an harter Arbeit an. Die Technik muss aus den Lkw ausgeladen und in die Kirche transportiert werden. Dann geht es an den Aufbau von Scheinwerfern und das Verlegen von etlichen Metern an Kabelmaterial. „Wir werden hier vom Team sehr gut aufgenommen und müssen auch nicht nur die ungeliebten Aufgaben erledigen“, erzählt Stephan Berger. „Ich interessiere mich zum Beispiel für den Beruf des Kameramanns und hatte zwischendurch immer wieder die Gelegenheit, einige Fragen zu stellen.“

Vor der Messe in die Maske

Am Sonntagmorgen herrscht schon lange vor Beginn des Gottesdienstes wieder Hochbetrieb in der Heilig-Geist-Kirche. Schon vor neun Uhr sind die ersten Gottesdienstbesucher da und nehmen ihre Plätze auf den Kirchbänken ein. Eigentlich sollten die Gäste nach Möglichkeit eine halbe Stunde vor Beginn der Messe im Gotteshaus sein. Trotzdem sind die Kirchenbänke noch halb leer. Die aktiven Beteiligten des Gottesdienstes werden mit Mikrofonen ausgerüstet und dürfen dann in die Maske. Eine ungewohnte Situation, auch für Kaplan Bernd Holtkamp, der das Schminken bereits hinter sich hat. „Ich habe den Eindruck, dass ich ohne das passende Licht aussehe wie eine Leiche“, kommentiert er sein Äußeres.

Inzwischen begrüßt Zisterzienserpater Dr. Lukas Rüdiger von der katholischen Fernseharbeit die Besucher der Kirche. „Wir machen hier keine Show, sondern feiern einen Gottesdienst“, erklärt er. Dazu kommen Tipps für die Fernsehaufnahme: Mobiltelefon ausschalten, nicht in die Kamera schauen oder winken – und die Lieder mitsingen. „Falls Sie nicht singen können, bewegen sie einfach nur die Lippen“, sagt Dr. Lukas Rüdiger mit einem Lächeln im Gesicht. Die Besucher lachen mit und singen dann Lieder zur Einstimmung.

In letzter Minuten kommen noch einige weitere Besucher in die Kirche und füllen die Reihen. Auf ein Zeichen von Produktionsleiterin Elvira Stolzenberger startet Dechant Gregor Kauling seine Begrüßung der Gemeinde in der Kirche und vor den Fernsehgeräten im ganzen Land. Dann übernehmen die Kameras die Kontrolle. Lautlos gleiten die großen Aufnahmgeräte an den beiden Seiten der Zuschauer entlang und durch den Mittelgang der Kirche. Die Kameramänner fangen immer neue Blickwinkel und Details ein. Rote Lichter an den Aufnahmeapperaten zeigen, welche Kamera ein Bild liefert.

Alles hat funktioniert

Die Übertragung der Messe gelingt ohne Pannen und Versprecher, wohl auch, weil alle Beteiligten ihre jeweiligen Aufgaben mehrfach geprobt haben. Nur die Spende der Kommunion muss aus Zeitgründen für die meisten Besucher des Gottesdienstes nach der Messe stattfinden. Als die Kameras ausgehen und an die Seite der Kirche gefahren werden, dankt Dechant Gregor Kauling allen Beteiligten. „Wir sind jetzt wieder unter uns! Dank Euch allen“, ruft er und die Gäste in der Kirche applaudieren den aktiv beteiligten Seelsorgern und ehrenamtlichen Helfern.

Der leitende Seelsorger der Pfarrei ist zufrieden mit dem Gottesdienst. „Es hat alles wunderbar funktioniert“, sagt Gregor Kauling. „Wir sind in den vergangenen Tagen hier wirklich zusammengewachsen – wie eine kleine Familie.“ Da fällt es auch nicht ins Gewicht, dass die Kirche nicht ganz gefüllt war, wie es einige erwartet hätten. „Es hätten sicher noch mehr Menschen da sein können. Auf der anderen Seite war das ein sehr realistisches Bild, wenn es um Gottesdienstbesucher geht“, sagt Kauling.