Götter haben es auf Erden schwer

Dinslaken..  Trotz sommerlichen Wetters am Freitagabend war der Großteil der Stühle in der Aula des Otto-Hahn-Gymnasiums besetzt. Dort brachte der Literaturkurs der Q1 (11. Klasse) das Theaterstück „Götter wie du und ich“ auf die Bühne.

Dass die Zuschauer es mit modernen Göttern zu tun bekamen, wurde schnell klar. Götterbote Hermes kam mit Skateboard auf die Bühne, Vater Zeus, der während des gesamten Stückes in großer Flirtlaune war, saß vor dem Fernseher, während seine Gattin Hera in Klatschzeitschriften blätterte. Auch die Sprache war der heutigen Zeit angepasst: Schimpfwörter, Zweideutigkeiten und Beleidigungen – in lustigen Dialogen verpackt.

Zur Handlung: Die griechischen Götter sind frustriert, dass die Menschen sie nur noch als Paketlieferservice und Brillenladen kennen. Das wollen Zeus, Hera und ihre acht „Kinder, Halbkinder, Stiefkinder, Adoptivkinder, Kindeskinder“ nicht auf sich sitzen lassen und überlegen, wie sie es im 21. Jahrhundert in die Köpfe der Menschen schaffen könnten: „Wir müssen ins Fernsehen.“ Die Götter wollen eine eigene Fernsehshow. Hermes fliegt auf die Erde und bittet Ricarda Binger, der alle privaten Fernsehsender gehören, um einen Sendeplatz. Die fiese Medienmogulin im Dirndl lehnt ab, sie steht auf Germanische Götter.

Hoffnungsschimmer: Die Jungdokumentarfilmerin Jenny, die noch immer vom Bildungsauftrag des Fernsehens überzeugt ist. So fliegt sie mit Hermes in den Olymp, um eine Dokumentation über Zeus und seine Familie zu drehen. Doch die macht es ihr nicht leicht. Anstatt glanzvolle Götter, erwarten Jenny Eitelkeit, Streit und Intrigen. Schließlich reißen sich alle zusammen und schaffen es, über Ricarda Binger zu triumphieren. Privat gibt es für Jenny ein Happy End: Amors Pfeil scheint sie und Hermes getroffen zu haben, der mit ihr auf die Erden zurückkehren und damit auf seine Unsterblichkeit verzichten will.

Die rund 40 Schüler des Literaturkurses arbeiteten mithilfe von zwei Lehrerinnen das ganze Schuljahr an der Inszenierung des Stückes. Während die Schauspieler auf der Bühne standen, kümmerte sich der Rest darum, dass zwischen den Szenen griechische Restaurantmusik erklingt, dass die Schauspieler ins richtige Licht gesetzt werden und dass sie ihren Text nicht vergessen. Einige kleine Versprecher gab es, die machten das Stück aber umso unterhaltsamer und sorgten für extra Lacher.

Mit moderner Sprache, Witz und Bezug zur Gegenwart schaffte es das Stück, den Zuschauern die griechische Mythologie näherzubringen – und sie zu unterhalten. Am Ende gab für alle Beteiligten großen Applaus.