Gewinne müssen nicht erzielt werden

Vorstand und Mitarbeiter ziehen in den nächsten Jahren ins Gewerbegebiet Süd. Dort wird ein Bürogebäude errichtet.Foto:Heiko Kempken
Vorstand und Mitarbeiter ziehen in den nächsten Jahren ins Gewerbegebiet Süd. Dort wird ein Bürogebäude errichtet.Foto:Heiko Kempken
Foto: Heiko Kempken / FUNKE Foto Servi
Was wir bereits wissen
Energiegenossenschaft Rhein-Ruhr liefert seit vier Jahren Strom und Gas. Neubau in Hiesfeld geplant

Dinslaken..  Das Grundstück im Gewerbegebiet Süd hat sich die Energiegenossenschaft Rhein-Ruhr vergangenes Jahr gesichert. In den nächsten drei Jahren, wenn genügend Eigenkapital vorhanden ist, wird mit dem Bau eines Bürogebäudes begonnen. Die Genossenschaft wächst, weshalb der Umzug nötig ist. Seit 2011 ist das Team um Gerfried Bohlen und Stephan Kubitza auf dem Energiesektor unterwegs.

Angefangen hatte es in Oberhausen, als die Liberalisierung auf dem Energiemarkt umgesetzt wurde. Vier große Unternehmen bestimmten den Preis, blickt Bohlen zurück. 2006 entschloss er sich, eine Verbrauchergemeinschaft zu gründen, die die Form einer Genossenschaft haben sollte. Gemeinsam mit Stephan Kubitza und später mit zwei weiteren Mitarbeitern wurde das Ziel ehrenamtlich verfolgt. Sie druckten Flyer und Plakate, organisierten Aktionen und leisteten Aufklärungsarbeit.

Im Juli 2007 wurde die Genossenschaft gegründet. Vier Jahre dauerte es aber noch, bis die ersten Mitglieder und Kunden mit Strom und Gas beliefert worden sind. „Die Zeit brauchten wir, um uns aufzustellen. Wir sind alle Seiteneinsteiger“, so Bohlen. Die Liberalisierung des Energiemarktes habe er als Chance und als Auftrag gesehen. Die Grundausrichtung der Genossenschaft ist es, die Kunden und Mitglieder mit Strom und Gas zu beliefern. Darüber hinaus gibt es entsprechende Angebote, um Häuser energetisch zu sanieren, um Energie effizient einzusetzen. Als Genossenschaft sei man günstig, weil man keine zusätzliche Gewinne erzielen müsse. Nur soviel, um den Betrieb zu finanzieren. Investitionen in regenerative Energien sind bislang noch nicht getätigt worden. Erste Projekte liegen aber vor, so Bohlen.

Anteile werden je 100 Euro ausgegeben, jeder kann höchstens 50 Anteile erwerben. Dividenden sind in den vergangenen zwei Jahren nicht ausgezahlt worden. Die Vertreterversammlung hatte beschlossen, darauf zu verzichten. Zurzeit hat die Genossenschaft bundesweit 20 000 Kunden und 4000 Mitglieder.