Gesundheit: Vernetzung ausbauen

Hünxe/Kreis Wesel..  Die Neuwahlen des Vorstandes standen im Mittelpunkt der Jahreshauptversammlung des Ärztenetzes Niederrhein. Der bisherige Vorsitzende Dr. Hans Feldhoff trat aus Altersgründen nicht wieder an. Die Versammlung dankte ihm für sein langjähriges Engagement. Zum neuen Vorsitzenden wurde Dr. Michael Wefelnberg aus Hünxe gewählt. Zum Stellvertreter bestimmte die Versammlung Dr. Stefan König aus Dinslaken und zum Kassierer den Apotheker Hektor Gerbszt aus Wesel. Dagmar Langenfurth aus Voerde wurde zur Schriftführerin, die beiden Ärzte Dr. Daniel Jakobs und Dunia Abouhamad wurden zu Beisitzern gewählt.

Über die Aktivitäten des abgelaufenen Geschäftsjahres berichtete Geschäftsführer Wolfgang Bachmann. Der wichtigste Meilenstein in 2015 ist die Zertifizierung des Netzes durch die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein. Damit ist das Ärztenetz Niederrhein eins von vier zertifizierten Netzen in Nordrhein und das einzige in dieser Region.

In einem Gastreferat berichtete Harald Hofer, Anästhesist aus Dinslaken und wiedergewähltes Mitglied der Vollversammlung der kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein, über die Situation nach der aktuellen Wahl und kommende Aufgaben.

Als wichtige Arbeitsaufgabe des Netzes für die nächsten Monate beschreibt der Vorsitzende Dr. Michael Wefelnberg den Ausbau der Vernetzung von Arztpraxen, Krankenhäusern, Apotheken, Pflegediensten und weiteren Akteuren im Gesundheitswesen zum Wohle des Patienten. Als Medium dafür soll das elektronische Gesundheitskonto dienen, das unter dem Namen „Vitabook“ zur Verfügung steht und bei dem sich Patienten unter niederrhein.online.de anmelden können. Die Datenhoheit dieser „Cloud-Lösung“ liege beim Patienten, so Wefelnberg, dieser bestimme auch, wer die Daten einsehen darf. Speichern ließen sich so der gesetzlich vorgeschriebene Medikationsplan, Laborbefunde, Krankenhausberichte oder Röntgenbilder. Das Herumtragen von Befundmappen von Arzt zu Arzt, Datenverlust und unnötige Doppeluntersuchungen würden so entfallen. Ein Arbeitskreis aus Ärzten, Pflegediensten und Krankenhäusern soll sich mit der Frage befassen, wie in wirksamer Art und Weise so bald wie möglich die Teilnehmerzahl unter den Patienten so erhöht werden kann, dass man von einem „Standardverfahren der Befundverwaltung“ sprechen kann.

„Was der Gesetzgeber seit zehn Jahren mit der elektronischen Gesundheitskarte nicht schafft, wollen wir auf diese Art vor Ort lösen,“ betont der Vorsitzende und hofft auf eine rege Beteiligung der Patienten und der Berufskollegen.