Gesamtschule: Genehmigung ist da

Die Gesamtschule in Voerde.
Die Gesamtschule in Voerde.
Foto: Lars Fröhlich / WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Bürgermeister Dirk Haarmann appelliert angesichts der jüngsten Debatte um die Zügigkeitsbegrenzung, das Anmeldeverfahren abzuwarten. Kritik an Diskussion

Voerde..  Der nächste Schritt zur Gesamtschule-Neugründung in Voerde ist getan: Die Bezirksregierung hat dafür grünes Licht gegeben und auch für die Auflösung der Realschule, die damit einher geht, liegt der Stadt die Genehmigung der Behörde vor. Die Neugründung sei nun noch unter dem Vorbehalt zu sehen, dass mindestens 100 Kinder aus Voerde dort angemeldet werden, sagt Schuldezernentin Simone Kaspar.

Sie hat keinen Zweifel daran, dass die Zahl erreicht wird. Bürgermeister Dirk Haarmann erklärt, dass mit der neuen Gesamtschule eine Lücke im bisherigen Schulangebot geschlossen werde. Es seien in Voerde wieder alle Abschlüsse möglich und nach der sechsten Klasse müsse anders als momentan an der Realschule keiner aufgrund nicht geschaffter Erprobungsstufe die Schule verlassen und in der Folge auspendeln.

Mit Blick auf die aktuelle Debatte um die Begrenzung der neuen Gesamtschule auf vier Züge machte Haarmann deutlich, dass die Bezirksregierung den Rahmen festlege. Auch verwiesen er und Kaspar auf die Vorgabe, dass eine neu gegründete Schule eine bestehende nicht gefährden dürfe. Knapp 350 Voerder Kinder werden im nächsten Sommer auf eine weiterführende Schule wechseln. Ausgangspunkt seien für die vier Züge an der Gesamtschule 116 Kinder. Sollte der Bedarf höher sein, werde in Abstimmung mit der Nachbarkommune Hünxe und der Bezirksregierung geprüft, ob Überhangsklassen gebildet werden können. Über die Ausgangszahl 116 hinaus müssten dafür jeweils weitere 25 Kinder angemeldet worden sein. Es sei theoretisch möglich, in Voerde zwei solcher Klassen einzurichten, sagte Kaspar. Der Bürgermeister appellierte hinsichtlich der jüngst offenbar gewordenen Sorge von Eltern, dass ihr Kind an der neuen Gesamtschule keinen Platz bekommt, die Ergebnisse des Anmeldeverfahrens und der dann folgenden Koordinierungsgespräche abzuwarten. Eltern, die angesichts der Möglichkeit, dass ihre Kinder abgewiesen werden, erwägen, ihre Sprösslinge gleich in einer anderen Kommune anzumelden, gibt er zu bedenken, dass eine Resignationshaltung am Ende nichts bringe. Es bestehe nur dann eine Chance, wenn man sein Kind an der neuen Gesamtschule anmeldet. Rechtsverbindlich lasse sich in keiner Kommune ausschließen, dass Kinder an einer Schule abgewiesen werden. Man werde versuchen, zu einer Regelung zu kommen, mit der sich die Eltern zurechtfinden. Über die Debatte ist Haarmann alles andere als erfreut: Es werde versucht, sich die Verunsicherung der Eltern zunutze zu machen, um gegen die neue Schule zu argumentieren.