Gesamtschule: Eltern bangen um Aufnahme

Die Gesamtschule in Voerde.
Die Gesamtschule in Voerde.
Foto: Lars Fröhlich / WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Aussagen der Bürgermeister aus Voerde und Hünxe über Zügigkeitsbegrenzung sorgen für Irritation. Stadt Voerde nimmt Stellung

Voerde/Hünxe..  Irritation und Verunsicherung haben bei Voerder Eltern Aussagen der Bürgermeister Hermann Hansen (Hünxe) und Dirk Haarmann (Voerde) im NRZ-Interview zu der Frage nach einer „friedlichen Koexistenz“ der beiden Gesamtschulen ausgelöst. Hansen hatte auf Absprachen mit der Bezirksregierung („vier Züge an der Gesamtschule Hünxe und vier Züge an der Gesamtschule Voerde“) und darauf verwiesen, dass Voerde Hünxe mit der Begrenzung der Zügigkeit an der neuen Gesamtschule entgegen komme, „weil zwei Züge Richtung Hünxe gehen“. Ohne die Schüler aus Voerde „wäre die Hünxer Gesamtschule dauerhaft gefährdet“, sagte Hansen . Sein Amtskollege Haarmann hatte betont, dass sich Voerde der Verantwortung Hünxe gegenüber bewusst sei und die Zusage stehe.

Bei Eltern geht nun die Sorge um, dass nicht alle Voerder Kinder in ihrer Heimatstadt die neue Gesamtschule werden besuchen können (s. Leserbrief). Im Internet begann in der Gruppe „Diskussionen in Voerde – Politik erlaubt“ am Mittwochabend darüber eine rege Debatte, in der Politik und Verwaltung scharfe Kritik ernten. Die Leserbrief-Schreiberin wandte sich mit ihren Sorgen auch an die Verwaltung. In dem Antwortschreiben, das Haarmann bei Facebook einstellte, betont die Verwaltung, dass in der öffentlichen Diskussion und in den Infoveranstaltungen von der Stadt als Schulträger immer darauf hingewiesen worden sei, bei entsprechender Bedarfslage von der beschlossenen Vierzügigkeit temporär abweichen zu können. Dies sei schulrechtlich zulässig. Der letztmalig starke Jahrgang für das Schuljahr 2015/16 und die bisher signalisierte Interessenlage der Eltern ließen erwarten, dass die neue Gesamtschule möglicherweise mit mehr als vier Zügen starten könne. Am Ende werde dies jedoch von den tatsächlichen Anmeldezahlen abhängen.

Bei der Infoveranstaltung am 25. November sei darauf hingewiesen worden, dass aufgrund der räumlichen Gegebenheiten auch eine Sechszügigkeit grundsätzlich möglich wäre, führt die Verwaltung aus. Mit Blick auf das Anmeldeverfahren stellt sie fest, dass „in sogenannten Koordinierungsgesprächen mit der Bezirksregierung und dem Schulträger Hünxe das Anmeldeverhalten analysiert wird“. Auf dieser Grundlage würden die zuständigen Schulleiter in Abstimmung mit der Bezirksregierung unter Berücksichtigung der erforderlichen heterogenen Zusammensetzung des Schülerklientels die Aufnahmeentscheidung treffen und würden dann die endgültigen Zügigkeiten festgelegt. Dies sei „zu jeder Zeit deutlich gemacht“ worden.