Gemeinsame Datenautobahn

Computer helfen bei der Arbeit im Bürgerbüro.
Computer helfen bei der Arbeit im Bürgerbüro.
Foto: Heiko Kempken / FUNKE Foto Servi
Was wir bereits wissen
Das Kommunale Rechenzentrum Niederrhein ist ein gutes Beispiel für eine funktionierende Zusammenarbeit.

Hünxe..  Die Parteien haben das Thema kommunale Zusammenarbeit wieder entdeckt. Notgedrungen, kann man sagen. Denn die Einnahmen brechen immer weiter weg, während die Ausgaben in die Höhe schnellen. In Hünxe ist es seit langem ein Thema, auch wenn der oder andere Antrag einen anderen Eindruck erwecken möchte. Bei all den Überlegungen wird ein Ziel verfolgt: Durch die Kooperation mit anderen Städten und Gemeinden sollen weitere Einsparmöglichkeiten gefunden, soll der öffentliche Haushalt entlastet werden.

Am Beispiel der Gemeinde Hünxe will die NRZ in mehreren Artikeln aufzeigen, wo bereits mit anderen zusammengearbeitet wird, welche Grenzen gesteckt sind und welche Verbindungen die Kommunen neu eingegangen ist.

Das erste Beispiel bewährt sich nun schon seit vielen Jahrzehnten. Bei der Ausstattung mit Computern und im IT-Bereich arbeitet die Gemeinde Hünxe schon seit Anfang der 70er Jahre mit anderen zusammen. Ein Zweckverband von Kreisen, Städten und Gemeinden tragen heute das 1966 im Kreis Moers gestartete Kommunale Rechenzentrum. Fünf Jahre später kamen die Kommunen aus dem damaligen Kreis Dinslaken hinzu.

Alles was mit IT und der elektronischen Datenverarbeitung zu tun hat, die Beschaffung der Rechner, die Wartung der Programme sowie die Entwicklung von Programmen, mit denen die Verwaltungsmitarbeiter ihre Aufgaben erledigen, übernehmen die Mitarbeiter des Rechenzentrums für die Kommunen.

Nicht mehr wegzudenken

Computer sind heute in den Amtsstuben nicht mehr wegzudenken. Die Ausstattung ist wichtig für die Datenerfassung für das Steuerwesen sowie für den Datenaustausch mit anderen Kommunen und Behörden. Hünxe bewegt sich in einem Datennetz, über feste Verbindungen werden Daten ausgetauscht. „Ich bin immer noch Herr der Daten, muss mich aber nicht um Datensicherheit kümmern“, so Hauptamtsleiter Klaus Stratenwerth. Die erfassten und benötigten Daten liegen nämlich auf einem Server des Rechenzentrums.

Bei einem Problem mit Programmen oder mit einem Computer wird das Rechenzentrum informiert. Dort gebe es Spezialisten, die sich damit auskennen.

Ein weiterer Vorteil dieser Zusammenarbeit ist, dass in den umliegenden Kommunen die Mitarbeiter ihre Aufgaben mit den gleichen Programmen erledigen. Tritt ein Problem auf, könne ein Kollege in Schermbeck angerufen werden. Man unterhält sich über die gleiche Software. Und wechselt jemand von der Stadtverwaltung Wesel ins Hünxer Rathaus, müsse er nicht von Grund auf angelernt werden.

Die Finanzierung erfolgt über eine Umlage. Hünxe zahlt 200 000 Euro pro Jahr. Und muss auf der anderen Seite kein Geld für Lizenzen und Entwicklungen ausgeben. Ab und zu werde gesagt, Hünxe zahle für die großen Kommunen mit. Was bei einigen Projekten vielleicht stimmt. „Es ist dennoch günstiger“, meint Stratenwerth. Und Überlegungen, aus dem Verbund auszutreten, gebe es nicht.