Geistheiler im Dachstudio

Dinslaken..  Mit der Erwähnung im aktuellen Bestseller „Ostfriesenfeuer“ als „einer der am meisten unterschätzten Schauspieler Deutschlands“ konnte ihm Autor und Freund Klaus-Peter Wolf „keinen besseren Ansporn als Schauspieler geben“, erzählt Michael Hoch. Der ist nicht nur Schauspieler, sondern neben Klaus-Peter Wolf auch Autor des Stücks „Der Seher“, das am Samstag in Dinslaken zu sehen ist. Es geht um einen selbst ernannten Geistheiler, Francesco Martini, der in einen Mordfall verwickelt wird. Er soll eine ihm anvertraute Frau auf dem Gewissen haben. Oder steckt ihr Mann dahinter?

„Meine große Liebe an einen so genannten Wunderheiler, der auch schon 30 Jahre tot ist, zu verlieren, war die schwerste Zeit in meinem Leben. Und das Verinnerlichen der Figur Francesco Martini, dem Geistheiler und die Identifikation war und ist eine meiner größten schauspielerischen Herausforderungen“, erzählt Hoch zum Hintergrund. Nachdem er mit Wolf die Idee ausgestaltet hatte, ging es darum, die passenden Schauspieler für das Stück zu finden. Menschen, die die Intention verstehen und die Figuren zum Leben erwecken lassen. Keine leichte Aufgabe, so Autor Wolf rückblickend. Auf der Bühne stehen neben Hoch nun etwa Ariane Raspe, Judith Deussen und Stefan Heuer. Nach der gelungenen Premiere gab es das größte Kompliment von Klaus-Peter Wolf selbst. „Eine bessere Umsetzung meiner Arbeit habe ich nie erlebt“, zitiert Hoch seinen Kollegen.

2014 wurde „Der Seher“ vom S. Fischerverlag ins Verlagsprogramm aufgenommen, alle drei Stücke aus der gemeinsamen Feder von Klaus-Peter Wolf und Michael Hoch wurden von der Stadt Essen gefördert. „Um so lange aktiv zu bleiben, braucht es einen langen Atem. Zum Glück ist mir die Luft nie ausgegangen. Und wenn du immer an das glaubst, was sich gut anfühlt und was dein Herz begehrt, dann kannst du Berge versetzen“, erzählt Michael Hoch und blickt zurück auf zehn Jahre als Theatermacher. Angesprochen auf seine Lieblingsrollen: „Ich spiele gerne verrückte und kuriose Rollen. Das ist doch letztendlich das, was uns Schauspieler umtreibt. Die stetige Suche nach Figuren, die uns faszinieren.“