Gastschüler suchen ein Zuhause

Dinslaken..  Sie kommen aus fernen Ländern und sind neugierig auf Deutschland: Austauschschüler von allen Kontinenten kommen hierher, um ein Jahr lang in einer Gastfamilie zu leben und eine neue Kultur kennen zu lernen. Die gemeinnützige Jugendaustauschorganisation AFS sucht auch in Dinslaken, Voerde und Hünxe noch Familien, die bereit sind, im Februar 2015 einen Gastschüler für ein Jahr bei sich aufzunehmen.

„Es wird immer schwieriger, Gastfamilien zu finden“, hat Birgit Sommer, Mitglied des AFS-Komitees Rechter Niederrhein, beobachtet. Doch sie weiß aus eigener Erfahrung, welche Bereicherung ein Gastschüler für das Familienleben ist, schon zweimal hat die Familie Sommer jungen Menschen ein Zuhause geboten. Am Anfang sei es zwar komisch gewesen, dass ein Fremder ganz selbstverständlich an den Kühlschrank gehe, doch man habe sich schnell daran gewöhnt. Wichtig seien Offenheit, Geduld und Gelassenheit – mehr Voraussetzungen braucht eine Gastfamilie nicht. Ein eigenes Zimmer ist auch kein Muss, ein umfangreiches Freizeitangebot auch nicht, denn: „Die Kinder sollen hier keinen Urlaub machen, sondern das Alltagsleben in Deutschland kennenlernen“, stellt Birgit Sommer klar.

Darauf sind auch Ploy aus Thailand und César aus Panama gespannt. Die 16-jährige Ploy verbringt viel Zeit mit ihrer Familie und ihren Freunden. Sie ist ein aktiver Mensch, ist gerne draußen, spielt Badminton und Netzball, geht aber auch gerne ins Kino. Während ihres Austauschjahres möchte sie die kulturellen Unterschiede zu ihrem Heimatland, das ganz anders ist als Deutschland, kennenlernen. Ihr Traum ist es, später als Flugbegleiterin zu arbeiten – für sie die Möglichkeit, neue Sprachen zu lernen; Englisch und Französisch spricht sie bereits.

César spricht ebenfalls Englisch, seine Muttersprache ist Spanisch. Der 17-Jährige liebt Musik, schaut sich gerne Filme an. In seiner Schule ist er im Organisationsteam der Freiwilligendienste und hat einmal zehn Tage in einer indigenen Kommune gelebt, um dort die Infrastruktur aufzubauen. Vor drei Jahren hat César mit seinen Eltern Deutschland besucht, seitdem möchte er gerne Deutsch lernen und später Medizin studieren.