Gastronomen in der Dinslakener Neutor-Galerie unzufrieden

Das Café in der oberen Etage der Neutor Galerie ist aufgegeben.
Das Café in der oberen Etage der Neutor Galerie ist aufgegeben.
Foto: Heiko Kempken / FUNKE Foto Servi
Was wir bereits wissen
Gastronomen in der erst 2014 eröffneten Neutor-Galerie klagen über Besuchermangel und zu hohe Mietforderungen. Einer hat bereits aufgegeben.

Dinslaken.. Die Neutor-Galerie zur Mittagszeit: Nur wenige Gäste sitzen im Food-Court, kaum jemand bestellt etwas. Das zentrale „DeinKult-Café“ in der oberen Etage des Einkaufszentrums steht seit Anfang Mai leer. 20.000 Euro habe er jeden Monat in das Café gesteckt, so Pächter Eyyüphan Duy, rund die Hälfte für die Miete. Mitunter habe er aber am Tag nur 80 Euro Umsatz gemacht. Auch andere Gastronomen klagen über wenig Kundschaft und hohe Mieten.

Eyyüphan Duy ist kein Anfänger. Er feierte Erfolge mit Event-Gastronomie in mehreren Städten, die auch von Prominenten gerne besucht wurde – etwa dem „Efendy“ unter anderem im Duisburger Innenhafen oder „Cubar“ in Duisburg oder Düsseldorf. Auch in Dinslaken hatte Duy, der in Lohberg aufgewachsen ist, viel vor. „Die Neutor-Galerie ist schön, gut gebaut“, sagt er. Allerdings habe es von Beginn an Probleme mit dem Investor gegeben. Seine Theke durfte er nicht so realisieren, wie er wollte, die bunten Hunde seien Hellmich ein Dorn im Auge gewesen, gegen den Kindertisch in der Mitte des Cafés sei Hellmich sogar anwaltlich vorgegangen.

Mieten in der Neutor-Galerie nicht finanzierbar

Hinzu kämen die Besucherzahlen, die laut Duy unter den von Hellmich avisierten liegen. Mit 18.000 Besuchern täglich habe man bei den Gastronomen geworben, laut Duy sind es 1000 am Tag. Das könne er mit Videoaufnahmen über mehrere Monate belegen. „Ich wollte schon im Januar kündigen“, sagt er. Allerdings laufen die Mietverträge im Food-Court über zehn Jahre. Wie er nun aus dem Vertrag herauskam? „Glück“, sagt Eyyüphan Duy. „Wir haben gekündigt“, sagt Walter Hellmich, Chef der Hellmich-Gruppe.

Auch die Weinbar im Obergeschoss hat die Segel gestrichen – dort sitzt nun eine Bedienung des Eiscafés La Luna hinter der Theke. Andere Gastronomen – die nicht namentlich genannt werden möchten – klagen ebenfalls über geringe Umsätze, mit denen die Mieten von mehreren tausend Euro nicht finanziert werden könnten. Nach Informationen dieser Redaktion wurde deswegen mitunter sogar die Miete erlassen.

"Ein echter Magnet muss her"

Zu wenig Kundschaft, zu wenig Aktionen, zu viele Leerstände - das seien die Probleme, so die Pächter. Die Kunden, die kämen, kauften gezielt, ohne sich aufzuhalten, sagen die einen. Ein echter Magnet müsse her – „wie Zara oder Mango“ – sagt ein anderer. Und dass die Parkgebühren im Parkhaus im Sommer zeitgleich mit den städtischen Parkgebühren steigen müssen, weil dies vertraglich geregelt ist, sei ebenfalls nicht optimal.

Walter Hellmich bleibt gelassen. Die Neutor-Galerie werde „laufend attraktiver“, sagt er. Bei einigen Gastronomen laufe es „weniger gut, andere sind sehr zufrieden“. Das habe aber mit dem Angebot zu tun. Wenn man ein Gewerbe erfolgreich betreiben möchte, „muss man kämpfen. Das ist im Leben so“, so Hellmich.

Das „Dein-Kult-Café“ habe „nicht ins Center gepasst“, so der Unternehmer. Ihm schwebt ein hochwertiges, italienisches Restaurant vor. Entsprechende Gespräche würden bereits geführt.