Fusion in trockenen Tüchern

Die Hauptstelle der Sparkasse Dinslaken-Voerde-Hünxe an der Friedrich-Ebert-Straße.
Die Hauptstelle der Sparkasse Dinslaken-Voerde-Hünxe an der Friedrich-Ebert-Straße.
Foto: Heiko Kempken / FUNKE Foto Servi
Was wir bereits wissen
Nach der Zustimmung des Hamminkelner Rates steht demZusammenschluss der beiden Geldinstitute nichts mehr im Weg. Jahresabschluss weist 13,32 Mio. Euro Bilanzverlust auf.

Dinslaken..  Die Fusion der Sparkasse Dinslaken-Voerde-Hünxe mit der Verbandssparkasse Wesel ist in trockenen Tüchern. Nachdem am Dienstag bereits die Räte in Dinslaken, Voerde, Hünxe, Wesel und Schermbeck grünes Licht gegeben hatten, winkte am Donnerstag der Hamminkelner Rat den Zusammenschluss durch.

Weitere Ereignisse ebneten an diesem Tag den Weg zur „Niederrheinischen Sparkasse im Kreis Wesel“, kurz Nispa: Am Morgen legten die Wirtschaftsprüfer das notwendige Testat für das Jahresergebnis 2014 vor, das im Anschluss vom Verwaltungsrat festgestellt wurde. Wie bereits durchgesickert war, schließt die Bilanz mit einem Minus von 13,32 Millionen Euro. Dass der Bilanzverlust deutlich höher liegt als die 7 bis 9 Millionen Euro, die noch zu Jahresbeginn prognostiziert wurden, erklärte man gestern bei der Sparkasse mit dem Abbau weiterer Risiken.

Wird ein Kredit als risikohaft erkannt, muss dafür zur Absicherung mehr Eigenkapital bereitgestellt werden, was auf die Bilanz drückt. Die riskanten Kredite, die die Sparkasse so maßgeblich in die Notlage geführt haben, seien nun aber vollumfänglich dargestellt. „Wir haben ein uneingeschränktes Testat bekommen“, unterstreicht Sparkassen-Vorstand Rolf Wagner. In der tieferen Auseinandersetzung und Vorbereitung der Fusion habe man gründlich ausgekehrt, jeden zweifelhaften Kredit auf die Risiko-Seite gestellt, um für eine saubere und solide Ausgangsposition zu sorgen. Schließlich arbeitet man auch mit Hochdruck daran, dass die von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) aufgrund der hohen Risikobelastung verhängten, erhöhten Eigenmittelanforderungen für die Dinslakener Sparkasse wieder auf Normalmaß gesetzt werden.

Weitere Zahlen aus der Jahresbilanz wollte die Sparkasse auf NRZ-Anfrage nicht nennen. Auch die an die Ratsbeschlüsse gebundene Zweckverbandsversammlung, die am Donnerstagabend für die Fusion stimmte, erfuhr keine Details. Man wolle den Vertretern Zeit geben, sich mit der Bilanz zu beschäftigen, damit man fundiert diskutieren könne, so die Argumentation.

Der Jahresabschluss soll nun gedruckt und in den nächsten Wochen den Mitgliedern der Zweckverbandsversammlung zur Verfügung gestellt werden. Der am 30. Juli wieder tagende Verwaltungsrat setzt dann den Termin für die nächste Zweckverbandsversammlung, in der die Bilanz diskutiert wird. Erst danach wird die Öffentlichkeit informiert - über die Presse und den Bundesanzeiger.

Parallel dazu müssen jetzt die aufsichtsführenden Behörden der Fusion zustimmen. Es ist aber davon auszugehen, dass in Vorgesprächen Zustimmung signalisiert wurde. Außerdem geht es nun um die Ausarbeitung des öffentlich-rechtlichen Vertrages mit allen Fusionsdetails.

Zwei Stunden lang diskutierte der Hamminkelner Rat die Fusion der Sparkassen in Dinslaken und Wesel (mit Schermbeck und Hamminkeln).

Der Beschluss erfolgte mit sechs Gegenstimmen (von 38), wie in anderen Räten wurde zum Teil der große Zeitdruck und fehlende Informationen kritisiert.