Fürs heiße Wochenende gerüstet

Am Strandbad Tenderingssee lässt sich die Hitze aushalten. Für die Mitarbeiter wurde sogar eine „Sprinkler-Anlage“ zum Abkühlen eingerichtet.
Am Strandbad Tenderingssee lässt sich die Hitze aushalten. Für die Mitarbeiter wurde sogar eine „Sprinkler-Anlage“ zum Abkühlen eingerichtet.
Foto: Heiko Kempken / FUNKE Foto Servi
Was wir bereits wissen
Díe Hitze kann kommen: Am Tender gibt es eine „Sprinkler-Anlage“ fürs Tender-Team. Geschlossen wird erst ab 1500 bis 2000 Gästen. Im Baumarkt schieben Mitarbeiter am Sonntag Sonderschicht zum Blumengießen.

Dinslaken/Voerde/Hünxe..  Die einen sagen „Guten Tag“. Bastian Schur begrüßt die Anrufer des Strandbads Tenderingssee so: „Wir haben von 10 bis 20 Uhr geöffnet, die Wassertemperatur beträgt 22 Grad, Hunde sind nicht erlaubt.“ Immer wieder tauchten im Internet falsche Öffnungszeiten auf - weswegen die Gäste schon um 9 Uhr vor dem Tor warten. Da bereitet sich das Team allerdings noch auf den Ansturm vor.

Gestern traf es Maria Exner und Sandra Will. Die ehemaligen Dinslakenerinnen zieht es aus der Wahlheimat Duisburg immer noch zum Baden an den Tender. In diesem Fall eine Stunde zu früh. Immerhin: auf dem Parkplatz war noch freie Auswahl und die - ebenfalls frühen - Familien hatten noch genügend Platz und bei 25 Grad auch noch genügend Luft, die Gummitiere aufzupusten.

Hinter dem Tor schlüpften die 20 Team-Mitglieder in die neuen Saisonshirts. Ab 8 Uhr machen sie das Bad startklar: Ein Schwimmreifen ist vom Vortag liegen geblieben, eine leere Flasche steht noch vor dem Kiosk. Basti Schur ist noch unterwegs – zig Kisten Pommes Frites und Getränke kaufen. Das Strandbad ist gerüstet fürs heiße Wochenende. Bei 1500 bis 2000 Besuchern macht der Tender dicht, so Lars Jensen. Damit den Kollegen – vor allem die Parkplatzwächter haben einen heißen Job – nicht zu warm wird, hat Jensen eine „Sprinkler-Anlage“ gebaut: Drunterstellen, beregnen lassen.

Auch vor den Eiscafés am Altmarkt Dinslaken standen die Menschen schon ab 9 Uhr Schlange. Bei Sotto Voce sind noch nicht alle Tische aufgestellt, da sitzen am ersten schon Gäste. Trotz origineller Eissorten: am besten laufen die Klassiker, verrät der Mann hinter der Theke: Vanille und Schokolade.

Der Baumarkt Stewes in Dinslaken freute sich vor Wochenende über „extreme Nachfrage“ nach „allem, was mit Wasser zu tun hat“, so Marktleiter Helmut Rohde: Pools, Gartenduschen und Schläuche. Noch sei von allem etwas da, sagt er, auch Klimaanlagen. Für die Mitarbeiter stehe Wasser bereit. Dafür kommt am Sonntag auch ein Team zur Extraschicht: Blumen gießen.

So schön bei diesen Temperaturen eine Abkühlung im kühlen Wasser auch sein mag - nicht jedes Gewässer ist dafür geeignet.

Immer wieder wurden zuletzt Badende im frisch angelegten Ententeich am Rathaus ertappt. Dieser sei „für diese Zwecke nicht geschaffen“. Darauf weist die städtische Pressestelle hin. Denn Ufer und Boden bestehen aus Schottermaterial, das sich bei Dauerbelastung in den Untergrund drückt und die Dichtheit des Teichs gefährdet. Außerdem sind auf dem Teichboden Installationsleitungen für die Wasserfontäne verlegt.

Vor allem aber sei der Teich nicht beaufsichtigt und im Ernstfall könne keine schnelle Hilfe geleistet werden. Für Kinder können selbst kleine Wasserflächen zur tödlichen Falle werden - daher appelliert die Stadt an die Einsicht von Eltern und Begleitpersonen. Gegen ein erfrischendes Fußbad an den Treppenstufen sei nichts einzuwenden, heißt es aus der Stadtverwaltung, weiter sollte das sommerliche Planschvergnügen im Interesse der eigenen Sicherheit aber nicht gehen.

Auch die DLRG Dinslaken warnt eindringlich davor, sich im Rhein abzukühlen. „Der Rhein ist kein Schwimmbad sondern eine Autobahn für Schiffe“, mahnt die DLRG. Am heißen Wochenende sind die Retter mit verstärkten Kräften an der Rheinrettungsstation in Möllen präsent und werden - ebenso wie die Feuerwehr - im Notfall von der Kreisleitstelle alarmiert. Denn trotz aller Warnungen beobachtet das DLRG-Team immer wieder Menschen, die im Rhein schwimmen, oder, noch schlimmer, Kinder, die im Rhein planschen, „während die Eltern 20 Meter weiter am Grill sitzen“, so Ausbildungsleiter Fabian Friese. Wenn ein Binnenschiff vorbeifährt, werden mehrere hundert Tonnen Wasser verdrängt. Dadurch fällt der Wasserspiegel schlagartig um mehrere Meter ab. Kinder, die am Wasser spielen, folgen der abfallenden Wasserlinie, werden vom zurückkehrenden Wasser überrascht „und sind dann plötzlich in den Mitte der Fahrrinne“, warnt Friese. Eltern, die versuchen die Kinder zu retten, geraten häufig selbst in Not, weil sie versuchen, gegen die Strömung anzuschwimmen. Denn auch für geübte Schwimmer ist das Schwimmen im Rhein „lebensgefährlich“, so die DLRG. Deren Strömungsretter haben in der vergangene Woche getestet unter welchen Bedingungen der Rhein durchquert werden kann - gesichert durch Motorrettungsboote und volle Schutzausrüstung. Selbst sie wurden rund 700 Meter stromabwärts getrieben, bevor sie das gegenüberliegende Ufer erreichen konnten.

Wer jemanden im Rhein in Not sieht, sollte sofort die 112 anrufen und die Person im Auge behalten, rät die DLRG.