„Für ein friedliches Miteinander“

Dinslaken..  „Einmal werden wir wieder zusammen sein.“ Worte, die vor langer Zeit niedergeschrieben wurden. Aber ihre berührende Wirkung auf den Zuhörer ist nicht vergangen. Es sind die Worte von Marianne Strauß an ihren Geliebten, Ernst Krombach, der zu dieser Zeit im Konzentrationslager Izbica in Polen gefangen war. 1943 brach der Kontakt ab, nachdem das Lager von den Nationalsozialisten geräumt worden war. Doch die Liebesbriefe des jüdischen Paares sind erhalten geblieben und Gegenstand der alljährlichen Gedenkfeier des Berufskolleg Dinslaken zu Ehren von Marianne Strauß‘ Großvater Leopold. Der damalige Ehrendirektor wurde 1938 von Jugendlichen dieser Schule aufgrund seiner Religion schwer misshandelt.

Der Bezug zur Gegenwart stand dieses Mal im Vordergrund: „Damals wie heute gibt es Menschen, die versuchen einen Keil in die Gesellschaft zu treiben“, äußerte Schülersprecher Nabil Al-Abdouni in seiner selbst verfassten Rede. Um ein Zeichen für Toleranz und Meinungsfreiheit zu setzen, trug Zilan Elüstü eine mitreißende Ansprache über die Ermordung und Versklavung der Jesiden durch den IS vor und zog Parallelen zu der religiösen Verfolgung im dritten Reich. Selbstbewusst fesselte sie ihre Zuhörer mit ihrer Aufforderung, die Aktualität dieses Themas zu begreifen: „Wacht auf! Macht eure Augen auf! (...) Für ein friedliches Miteinander und gegen den Hass.“