Fünf hervorragende Solisten

Hünxe..  Das bekannte „Va, pensiero“, der „Gefangenenchor“ aus der Oper „Nabucco“ von Giuseppe Verdi, erklingt in der evangelischen Kirche in Drevenack. Allerdings ist es kein Chor im klassischen Sinne, der das bekannte Gesangsstück anstimmt, sondern es sind fünf gemeinsam agierende Gesangssolisten. Und das hört man: Deutlich sind der prägende Bariton von Dilian Kushev, die tiefe Bass-Stimme von Emil Dimitrov, der Tenor von Jurii Nikolov zu erkennen. Dazwischen erklingen die beiden Frauenstimmen von Evelina Elizarova (Sopran) und Stanislava Marcheva (Mezzosopran), begleitet von Klavierklängen, für die Pianist Manol Paskalev sorgt. Die fünf Sänger, allesamt mit wunderbaren Einzelstimmen ausgestattet, vereinen diese im Chorgesang zu einem dichten Klanggefüge, das mühelos den Raum des Gotteshauses ausfüllt. Tosender Applaus von den Zuschauern für diese Darbietung, die allerdings nur einer der Höhepunkte des Abends mit dem „Arienensemble Tosca“ ist.

Denn auch einzeln wissen die fünf Sänger zu überzeugen. Allen voran Dilian Kushev, der musikalische Leiter des Ensembles. Ob Schuberts „Ave Maria“ oder die Arie „Di Provenza il mare, il suol“ aus der Oper „La Traviata“ – Kushev begeistert die Zuhörer in der evangelischen Kirche mit seiner ausdrucksstarken und variablen Baritonstimme.

Kaum weniger beeindruckend die Gesangsdarbietungen von Tenor Jurii Nikolov, der das Publikum mit „Nessun Dorma“ aus der Oper „Turandot“ verzaubert. Und mit der „Arie des König Philipp“ aus der Oper „Don Carlos“ singt sich auch Emil Dimitrov in die Herzen der Zuhörer: Tief klingt seine Stimme durch die Kirche mit unterschiedlichen Lautstärken und emotionalem Ausdruck. Mit ihrer hellen Stimme begeistert auch Mezzosopranistin Stanislava Marcheva das Publikum, etwa beim Stück „O mio babbino Caro“.

Der Soloauftritt des Abends gehört allerdings Sopranistin Evelina Elizarova: Mit einer Blume in der Hand tritt sie als Carmen aus der gleichnamigen Oper von Bizet vor das Publikum und singt die bekannte Arie „Habanera“. Dabei begeistert sie die Zuschauer nicht nur mit ihrer klaren, ausdrucksstarken Singstimme, sondern bringt die Gäste in der evangelischen Kirche in Drevenack auch zum Lachen. Sie flirtet mit den Männern in den ersten Sitzreihen, bietet dem ein oder anderen die Blume in ihrer Hand an, um sie im letzten Moment zurückzuziehen und dem nächsten Mann schöne Augen zu machen. Sehr zum Amüsement der Besucher. Am Ende wirft sie die Blume dann doch einem der Zuschauer in den vorderen Reihen zu. Tosender Applaus.

Diesen gibt es vor allem, wenn mehrere der fünf Sänger – etwa für ein Duett – auf der Bühne stehen oder gleich das ganze Quintett seine Stimmen erklingen lässt. So zum Beispiel beim geistlichen Stück „Panis Angelicus“ oder dem bekannten „O Sole mio“, das die Sängertruppe dem Publikum als Zugabe zum Abschluss des Konzertes vorträgt.