Freifunk-WLAN: Grüne werben um Händler

Freifunk-WLAN – ein mögliches Modell etwa für die Händler an der Bahnhofstraße in Voerde-Mitte?
Freifunk-WLAN – ein mögliches Modell etwa für die Händler an der Bahnhofstraße in Voerde-Mitte?
Foto: Heiko Kempken / FUNKE Foto Servi
Was wir bereits wissen
Werbegemeinschaften signalisieren grundsätzlich Interesse. Möllener melden Sicherheitsbedenken an.

Voerde..  Die Grünen haben sich in ihrem Bestreben, in Voerde ein Freifunk-WLAN aufzubauen, auch an die Werbegemeinschaften im Stadtgebiet gewandt: Grünen-Fraktionssprecher Stefan Meiners wirbt in einer E-Mail an die Organisationen um Beteiligung der Geschäftsleute an diesem Projekt. Dabei argumentiert er unter anderem damit, dass ein kostenfrei verfügbarer Internetzugang heute ein Standortfaktor sei.

„Bei dieser Art von stadtweitem WLAN“ werden laut der Grünen beliebig viele WLAN-Router an und in öffentlichen Gebäuden, Firmen sowie bei Bürgern zu einem „großen Netz“ verknüpft, das leicht den gesamten Stadtbereich abdecken könne und häufig nur den Zugang zu einer Steckdose sowie eine geringe Investition in Hardware erfordere. Diese beziffert Meiners auf einmalig etwa 20 Euro inklusive Mehrwertsteuer. Die Geräte seien sehr genügsam, brauchten etwa fünf Watt, wie der Grünen-Fraktionssprecher angibt. Als weitere Vorteile nennt er in Richtung der Gewerbetreibenden, dass sie mit Freifunk eine bestehende Infrastruktur nutzen, um ihren Kunden einen zusätzlichen Service zu bieten. Auch erhielten sie kostenlose Werbung, weil ihr Firmenname als Bezeichnung für den jeweiligen Zugangspunkt auf den Netzkarten erscheine.

Ein stadtweites Netz gebe den Bürgern die Möglichkeit, jederzeit online gehen zu können, „ohne auf teure Mobilfunktarife zurückgreifen zu müssen“, ist ein weiteres Argument der Grünen. Deren Fraktionssprecher ist nach eigener Aussage Betreiber des ersten Freifunk-WLAN-Knotens in Voerde. Bislang gibt es im Stadtgebiet laut Netzkarte sechs solcher Zugangspunkte.

Meiners hofft, dass sich die Gewerbetreibenden für diese Idee begeistern lassen werden. Dr. Peter Preusser spricht von einigen positiven Rückmeldungen. Der erste Vorsitzende der Werbegemeinschaft Voerde findet, dass WLAN „eine Attraktion sein kann“. Nicht jeder habe eine Flatrate in seinem Smartphone.

„Sehr offen“ steht Dirk Wennmann, erster Vorsitzender der Werbegemeinschaft Friedrichsfeld, der Idee gegenüber – unter der Prämisse, dass beim Freifunk-WLAN natürlich die Betriebs- und Datensicherheit gewährleistet sein müsse. Mit Blick auf die Innenstadt glaubt er, dass ein solches Angebot für eine generelle Belebung sorgen könnte, auch würde man damit die jungen Leute, „die zukünftigen Kunden“, unterstützen.

Gudrun Hülsermann, erste Vorsitzende der Spellener Werbegemeinschaft, steht der WLAN-Idee grundsätzlich positiv gegenüber. Sie kann sich ein solches Angebot auch für Spellen vorstellen, möchte aber zunächst die Erkenntnisse der Stadt zu dem Thema abwarten. Gleiches gilt für die Werbegemeinschaft Möllen, die hinter dem Freifunk-Vorhaben noch einige große Fragezeichen sieht. Erster Vorsitzender Hans-Ulrich Zipfel führt „Sicherheitsbedenken“ an. Zudem stellen sich für die Werbegemeinschaft Möllen rechtliche Fragen, die es zu klären gilt. Zudem gibt es die Sorge, die eigenen Systeme könnten langsamer werden. Ein grundsätzliches Interesse für ein WLAN-Angebot sei da, sagt Zipfel, aber man wisse noch nicht, „wie das im Detail funktioniert“.