Freibad: Zeichen stehen auf Erhalt

Voerde..  Die Zeichen stehen weiter auf Erhalt des Freibades und städtische Unterstützung des Karnevalszuges: Der Kultur- und Sportausschuss hat sich gestern in beiden Fällen deutlich für diesen Weg ausgesprochen und somit eine klare Empfehlung an den Stadtrat abgegeben, der am 12. Mai das letzte Wort in der Frage hat. Die mögliche Schließung des Freibades und der potenzielle Wegfall der städtischen Unterstützung für den Karnevalszug waren die Punkte auf der insgesamt für den Bereich „Kultur und Wissenschaft“ 21 neue Maßnahmen umfassenden Sparliste, bei denen die betroffenen ehrenamtlichen Akteure in den Zuhörerreihen am stärksten vertreten waren.

Viel Lob gab es, sowohl von Politik als auch von Verwaltung, für das Engagement des Freibad-Fördervereins und dessen Signale, sich noch weiter mit Muskelkraft und finanziellen Mitteln für das Bad einbringen zu wollen. Kämmerin Simone Kaspar würdigte den Einsatz und die vielen Investitionen, bemerkte aber auch, dass trotz der erbrachten und angebotenen Hilfen des Vereins ein Großteil der Kosten für das Freibad im städtischen Haushalt bliebe. Einer Schließung aber wollten die Fraktionen nicht zustimmen. „Ein Voerde ohne Freibad ist nicht denkbar“, sagte Ingrid Hassmann (Grüne). So weit mochte Bernd Altmeppen nicht gehen. Man müsse überlegen, ob sich die Stadt dies leisten könne, erklärte der CDU-Ratsherr und betonte: „Wir wollen das Beste hoffen.“

Kämmerin Kaspar erinnerte an den Beschluss des Rates zur Bäderlandschaft: Das Freibad soll so lange betrieben werden, wie dies mit „Bordmitteln möglich ist“, Investitionen indes soll die Stadt nicht tätigen. Das Hallenbad soll erhalten, saniert und um ein Aktivbecken erweitert werden. Auch soll das Saunaangebot verbessert werden. Für die SPD artikulierte Bastian Lemm „arge Bedenken“, dass sich die Stadt zwei Bäder auf Dauer wird leisten können. „Das Thema wird uns nicht loslassen.“ Die Empfehlung des Ausschusses, von einer Freibad-Schließung momentan abzusehen, war am Ende einstimmig.

Von der Streichliste nehmen wollen SPD, Grüne, WGV, Linke die Unterstützung für den Karnevalszug, die erst 2017 wieder greifen würde. Alle zwei Jahre gewährt die Stadt einen Zuschuss für Straßenreinigung und -absperrungen u.a. durch Dienstleistungen des KBV (12 000 Euro). Die CDU plädierte dafür, den Betrag zu halbieren, dieser sei „zu hoch angesetzt“. Die SPD regte an, die Kostenverrechnung des KBV zu hinterfragen.

Eine klare Absage erteilte der Ausschuss der Sparmöglichkeit, die Zuschüsse an die Fördervereine zur Führung der Stadtteilbücherei (insgesamt fast 80 000) ab 2017 zu streichen. Die Empfehlung war einstimmig. Einigkeit herrschte zudem in der Frage, die Nutzungsgebühren für Stadtbibliothek und Stadtteilbüchereien wegen Preissteigerungen moderat zu erhöhen. Alle Fraktionen waren dafür.