Freibad-Aus ist Teil der Spardebatte

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Was wir bereits wissen
Förderverein ist zuversichtlich, dass es nicht zu einer Schließung kommen wird.

Voerde..  Eine gewisse Zeit lang war Ruhe um das Voerder Freibad eingekehrt, das sich in der Vergangenheit bei Debatten über weitere Einsparmöglichkeiten im städtischen Etat garantiert als ein Punkt wiederfand. Nun, da die Politik wieder weitere Wege finden muss, die Finanzlage der Stadt zu verbessern, steht neben anderen Altbekannten auch die Einrichtung an der Allee erneut im Katalog möglicher Maßnahmen zur Konsolidierung des Haushaltes. Als eine von zwei Optionen ist da die Schließung des Freibades aufgeführt, für die – ohne Personalaufwand – eine jährliche Kostenersparnis von 105 000 Euro angesetzt ist. Als Alternative dazu nennt die Verwaltung, den finanziellen Aufwand dadurch zu reduzieren, dass städtische Aufgaben übertragen werden.

Auf Letzteres genau baut der Förderverein des Freibades, der in den kommenden vier bis sechs Wochen überlegen will, was er noch mehr als bisher tun kann, um der Stadt dabei zu helfen, weiter Geld zu sparen, wie der erste Vorsitzende Prof. Dr. Günther Jacobi auf Anfrage der NRZ erklärte. Jacobi sieht eine „ganze Reihe“ von Aufgaben, die der Förderverein für die Stadt übernehmen könnte: etwa den „kompletten Grünschnitt“ oder kleinere Dinge im Bereich Renovierung oder Instandhaltung. Am Ende will der Förderverein der Verwaltung einen Maßnahmenkatalog an die Hand geben, der dann Gegenstand der Haushaltsberatungen wird.

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Jacobi ist guter Hoffnung, dass es nicht zu einer Schließung des Freibades kommen wird. Man könne nicht einerseits die Grundsteuer B anheben (um rund 30 Prozent) und gleichzeitig noch „signifikante Einsparungen“ im Bereich der Infrastruktur vornehmen. Der Fördervereinsvorsitzende hält eine Aufgabe des Freibades mit seiner großen Parkanlage auch mit Blick auf die Entwicklungen im näheren Umfeld (Gestaltung Marktplatz, Teichacker etc.) für „nicht darstellbar“.

Auch den Förderverein selbst, der Anfang Februar mit dem Ehrenpreis „Kinderfreundlicher Kreis Wesel“, ausgezeichnet wird, und dessen bisher geleistete Investitionen und Arbeiten sieht Jacobi als ein gewichtiges Argument in der anstehenden Spardebatte. Und: „Wir sind besser aufgestellt als wir es je waren“, sagt der erste Vorsitzende selbstbewusst. Seiner Ansicht nach gibt es im städtischen Haushalt ausreichend Möglichkeiten zu sparen, „ohne bürgerschaftliches Engagement abzustrafen“.

Dass die Verwaltung das Freibad wieder als Punkt in der Spardiskussion auf den Tisch bringt, habe der Förderverein erwartet, sagt Jacobi. „Wir haben über Jahre Erfahrung damit. Das ist diesmal nicht schlimmer als es sonst war.“