Fragen an den Sparkassenvorstand

Hünxe..  Die Sparkasse Dinslaken-Voerde-Hünxe ist in eine massive Schieflage geraten. Für ein tragfähiges Geschäftskonzept werden „mindestens 35 Millionen Euro“ zusätzliches Eigenkapital benötigt. Geld, welches das Kreditinstitut nicht selbst erwirtschaften kann.

Mitte Februar 2015 werden die Stadträte von Dinslaken und Voerde vom Sparkassenvorstand ausführlich informiert. Ende Februar wird es auch eine Informationsveranstaltung mit dem Rat der Gemeinde Hünxe geben. Hierzu hat der Bürgermeisterkandidat der EBH, Ralf Lange, die folgende Frageliste vorbereitet:

1. Die externen Kriseneinflüsse sind mir hinreichend bekannt. Zunehmender Preis- und Margendruck durch die Direktbanken, steigende Fixkosten durch die intensiven Regulierungsvorschriften unter anderem aufgrund von „Basel III“, die anhaltende Niedrigzinsphase und der Trend zu kurzfristigen Einlagen haben sicherlich einen hohen Einfluss auf die Wettbewerbsfähigkeit aller Regionalbanken. Mich interessiert jedoch auch, welche internen Kriseneinflüsse es innerhalb der Sparkasse Dinslaken-Voerde-Hünxe gab. Welche internen Probleme haben zum Verlust von 7 bis 9 Millionen Euro im letzten Geschäftsjahr beigetragen?

2. War die Kreditpolitik des alten Sparkassenvorstands zu expansiv?

3. Viele Kreditinstitute haben in den Jahren der globalen Finanzkrise 2009/2010 aus Gründen der Risikovorsorge sehr hohe pauschale Wertberichtigungen vorgenommen. Weil aufgrund des guten Konjunkturverlaufes aber nur sehr wenige Unternehmen Insolvenz anmelden mussten und viele ihre Kredite ordnungsgemäß zurückzahlten, konnten diese Kreditinstitute ihre Vorsorge für zweifelhafte Kredite zu einem großen Teil ertragssteigernd auflösen. Hat auch die Sparkasse Dinslaken-Voerde-Hünxe in den letzten Jahren entsprechende vorsorgliche Wertberichtigungen in nennenswerter Höhe auflösen können?

4. Wurden in der Vergangenheit von dem seinerzeitigen Sparkassenvorstand ausreichend hohe Teilwertberichtigungen auf kritische zu bewertende Kreditengagements vorgenommen?

5. Die Größe einer Sparkasse wird durch ihre Bilanzsumme definiert. Laut Wikipedia weist die Sparkasse Dinslaken-Voerde-Hünxe eine Bilanzsumme von rund 1,6 Milliarden Euro aus. Ist eine Regionalbank in dieser Größe zukünftig aufgrund des hohen Wettbewerbsdruckes noch wettbewerbsfähig?

6. Welche Änderungen im Geschäftskonzept planen Sie, um zukünftig erfolgreich im Markt bestehen zu können?

7. Müssen sich die Bürger auf Filialschließungen einstellen? Planen Sie einen Personalabbau?

8. Inwieweit prüfen Sie Fusionsmöglichkeiten mit anderen Sparkassen? Haben Sie schon Sondierungsgespräche geführt?

9. Fusionspartner würden von Ihnen im Rahmen einer „Due-Diligence-Prüfung“ (eine mit gebotener Sorgfalt durchzuführende Risikoprüfung) aussagekräftige Unterlagen verlangen, anhand derer Sie die Sparkasse auf Herz und Nieren prüfen könnten, bevor man in konkrete Verhandlungen eintritt. Lassen Sie entsprechende Unterlagen bereits zusammenstellen?

10. Falls es zu einer Aufstockung der Einlagen durch die Trägerkommunen kommen sollte, wer soll dann diese Prüfung für die Trägerkommunen durchführen?

11. Welche Sicherheiten können Sie den Trägerkommunen geben, dass Ihnen der Turnaround gelingt und die Sparkasse zukünftig wieder schwarze Zahlen schreibt?