Förderverein appelliert an Voerder Politiker

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Das idyllisch gelegene Bad ist Teil des Katalogs mit möglichen neuen Maßnahmen zur Konsolidierung des Haushaltes. Im schlimmsten Fall droht seine Schließung – schon in diesem Jahr.

Voerde..  Der Förderverein des Voerder Freibads richtet vor der heute im Kultur- und Sportausschuss anstehenden Beratung des Etatentwurfs für 2015 und der von der Stadtverwaltung zusätzlich vorgelegten Sparvorschläge einen letzten Appell an die Politik, die Anlage zu erhalten. Das idyllisch gelegene Bad an der Allee ist Teil des Katalogs mit möglichen neuen Maßnahmen zur Konsolidierung des Haushaltes. Im schlimmsten Fall droht seine Schließung – schon in diesem Jahr. Das Einsparpotenzial per anno beziffert die Verwaltung auf 105 000 Euro (ohne Personalkostenanteil). Alternativ steht im Raum, die Kosten dadurch zu reduzieren, indem Aufgaben an den Förderverein übertragen werden (die NRZ berichtete). Der Fachausschuss spricht heute eine Empfehlung dazu aus, die Entscheidung trifft in drei Wochen der Stadtrat.

Seit Anfang März ist der Förderverein jede Woche mit mehreren Mitgliedern im Freibad, um die Anlage für die hoffentlich nächste Saison herzurichten. 130 Arbeitsstunden seien seither geleistet worden, sagt der erste Vorsitzende Dr. Günther Jacobi. Die Stadt werde bei der Grünpflege die „maximale Unterstützung“ bekommen, so dass sich die Kosten für den Kommunalbetrieb (KBV) erheblich reduzieren ließen. Keine Möglichkeit sieht der Förderverein, das Kassenhäuschen übertragen zu bekommen (Einsparung: 12 000 Euro). „Die Verantwortung können wir nicht übernehmen“, sagt Jacobi. Dafür stellt er in Aussicht, dass der Förderverein das Kassenhäuschen subventioniert.

Bei seinem Appell für den Erhalt des Freibades führt der Förderverein unter anderem die stolze Summe von 120 000 Euro ins Feld, die seit seiner Gründung vor zehn Jahren in das Bad geflossen seien. Und zwar nicht nur mit Hilfe großer Sponsoren, wie Jacobi betont, sondern auch Dank der Spenden, die Mitglieder des Fördervereins über ihre Beiträge hinaus geleistet hätten. Um bei akuten, für die Betriebserhaltung notwendigen Reparaturmaßnahmen finanziell einspringen zu können, will der Verein den derzeitigen Kassenstand und weitere Spenden auf der hohen Kante halten. Auch erinnert Jacobi an die Auszeichnung des Fördervereins mit dem Ehrenpreis „Kinderfreundlicher Kreis Wesel“ 2014 und die Begründung: Ohne das Zutun dieser Initiative gäbe es kein Freibad in Voerde.

An eine Schließung des Freibades mag Jacobi nicht glauben. Den Bürgern sei nicht zu vermitteln, dass einerseits Steuern angehoben und gleichzeitig bei gemeinnützig unterstützten Leistungen Einsparungen vorgenommen würden. Es könne nicht sein, dass den Ehrenamtlichen in Vereinen und Gruppierungen, die durch ihren Einsatz Bedürfnisse abdecken, die die öffentliche Hand bewältigen müsse, durch Streichungen „vor den Kopf gestoßen“ werde, betont Jacobi.