Flüchtlinge: Voerde kann Unterkunft länger nutzen

Bis zum 30. Juni 2017 kann die Stadt Voerde das Gebäude an der Barbarastraße nutzen.
Bis zum 30. Juni 2017 kann die Stadt Voerde das Gebäude an der Barbarastraße nutzen.
Foto: Heiko Kempken/WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Vivawest Wohnen gewährt einen weiteren Aufschub für die Barbarastraße bis 30. Juni 2017. Das nimmt der Voerde ein wenig Druck.

Voerde..  Die Stadt kann die Asylbewerberunterkunft an der Barbarastraße in Voerde-Mitte ein Jahr länger nutzen als zuletzt vorgesehen: Die Eigentümerin des Gebäudes, die Vivawest Wohnen GmbH, hat der Kommune einen weiteren Aufschub um ein Jahr zugesagt. Dies erklärte Voerdes SPD-Fraktionsvorsitzender Uwe Goemann, der Geschäftsführer der Vivawest-Stiftung ist, auf Anfrage der NRZ. Die Nutzungsdauer für den Komplex, dessen Wohnungen die Eigentümerin wieder an private Haushalte vermieten will, verlängert sich für die Stadt auf den 30. Juni 2017.

Bürgermeister Dirk Haarmann hatte die Geschäftsführung der Vivawest Wohnen vor dreieinhalb Wochen mit der Bitte angeschrieben, die Frist um drei Jahre zu verlängern. So weit jedoch wollte die Wohnungsgesellschaft offenbar nicht gehen, sie teilte zwei Wochen später mit, die Immobilie für ein Jahr länger bereit stellen und die Stadt bei der Unterbringung von Flüchtlingen weiterhin unterstützen zu wollen. Die Stadt sei „sehr dankbar“, betont Haarmann. Er bewertet die Lage so, dass sich die Vivawest Wohnen die Flüchtlingssituation zunächst weiter ansehen will – was er für „nachvollziehbar“ hält.

Dritter Aufschub

Über den Wohnkomplex hatten die Stadt und die damalige Siedlung Niederrhein GmbH (danach Evonik, heute Vivawest Wohnen) einen Nutzungsvertrag mit 25-jähriger Laufzeit abgeschlossen. Ursprünglicher Stichtag, an dem die Immobilie der Kommune nicht mehr zur Verfügung gestanden hätte, wäre der 1. Mai 2015 gewesen. Die erste Verlängerung erfolgte bis zum 31. August des gleichen Jahres, wenige Wochen vor Ablauf der Frist gab es den zweiten Aufschub bis 30. Juni 2016 – jetzt folgt der dritte um ein weiteres Jahr.

Der Stadt nimmt dies bei der schwierigen Suche nach Unterbringungsmöglichkeiten für Flüchtlinge ein wenig Druck. Luft bei der weiteren Planung verschafft der Stadt auch der Umstand, dass sie derzeit keine neuen Flüchtlinge aufnehmen muss. „Da überlagern sich zwei Effekte“, erklärt Haarmann. Zum einen gibt es nun „verstärkte Zuweisungen“ in die kreisfreien Städte, die in der Vergangenheit weniger Flüchtlinge aufnehmen mussten. Dadurch wird es – nach „derzeitiger Aussage“ – bis Ende Februar keine Neuankömmlinge in Voerde geben, wie Haarmann erläutert.

Zum anderen wirkt sich für Voerde die dem Land im Wege der Amtshilfe bereit gestellte Landeserstaufnahmeeinrichtung aus. Das dort angebotene Platzkontingent wird der Stadt über eine Quote angerechnet. Haarmann geht davon aus, dass Voerde am Ende „bis deutlich in den März hinein“ keine Flüchtlinge zugewiesen bekommt. Allerdings nennt er auch dieses Zeitfenster „unter Vorbehalt“, schließlich bleibt am Ende abzuwarten, wie sich die Flüchtlingszahlen im Allgemeinen entwickeln werden.