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Fische an den Haken bekommen

08.03.2016 | 23:00 Uhr
Fische an den Haken bekommen
Torsten Rühl leitet an der Gesamtschule Voerde eine Angel-AG.Foto: Heiko Kempken

Voerde.   Torsten Rühl leitet seit 2015 die Angel-AG an der Neuen Städtischen Gesamtschule und gibt sein umfangreiches Wissen an den Angler-Nachwuchs weiter

Es ist 14.15 Uhr. In der Neuen Städtischen Gesamtschule Voerde ist das die Zeit, in der auch die Achtklässler mit ihren Arbeitsgemeinschaften (AG) beginnen. Sie haben die Qual der Wahl: Jungen-, Mädchenfußball, Brettspiele und Angeln sind nur einige Angebote, unter denen sie wählen können.

Tamara (11), Benedikt (11) und Niklas (10) haben sich für die Angel-AG von Torsten Rühl (45) entschieden, denn nicht allzu oft hat man die Gelegenheit, einem Profi über die Schultern zu schauen. Insgesamt nehmen 14 Schüler an seiner AG teil, in der sie lernen, wie man erfolgreich angelt, aber auch, wie man verantwortungsvoll mit der Natur umgeht. „Ich mache seit zehn Jahren Angelreisen in ganz Europa“, sagt Rühl, „und ich habe auch Erfahrungen im Fliegenfischen und im Hochseefischen“.

Er hat jede Menge Erfahrungen sammeln können, die er seit August 2015 ehrenamtlich an die Schüler in der AG weitergibt. „Ich wünsche mir, dass die Kinder auf die Natur achten“, so Rühl. Und deshalb unterrichtet er sie in der Theorie und Praxis. Ziel aller Schüler ist es, mit 14 Jahren die Angelprüfung abzulegen. Dass er der „richtige“ Mann dafür ist, erklärt sich aus Rühls Werdegang: Er angelt seit seinem sechsten Lebenjahr, hat selber ein Angelgeschäft, ist Außendienstmitarbeiter für Angelfirmen, unterrichtet Interessierte im Fliegenfischen, leitet Angeltouren, arbeitet für den Kreis Wesel als Fischereiaufseher und als Berater im Angeltourismus.

Und seit einiger Zeit hat er noch eine weitere Leidenschaft entdeckt: Er nimmt an sogenannten Raubfischangel-Wettbewerben teil. Einer findet dieses Jahr in den Niederlanden in der Zeit vom 28. Juni bis zum 2. Juli 2016 in Hellevoetsluis statt, dass südlich von Rotterdam liegt. Gefangen werden sollen dort Raubfische, wie Barsch, Hecht und Zander. Die Teilnehmer starten dort in drei Kategorien; im Boot, im Kajak und auf der Straße. Der Einzelne muss sich für eine Kategorie entscheiden und fischt dann zwei Tage jeweils neun Stunden mit seinen Konkurrenten um „die Wette“. Gewinner wird derjenige, der die meisten Gesamtzentimeter „zusammenfischt“.

Guter Platz bedeutet Prestige

Torsten Rühl wäre nicht Torsten Rühl, wenn er nicht auch in diesem Fall wieder seine Angler „zusammengetrommelt“ hätte. Er hat 150 seiner Kollegen dazu gebracht, sich für den Wettbewerb anzumelden. „Die Niederländer sind sauer, weil sie keine guten Plätze mehr bekommen haben“, erzählt Rühl schmunzelnd, wohl wissend, das ein guter Platz Prestige bedeutet. Diese Art von Wettbewerb stammt aus Amerika, wo mittlerweile sieben Fernsehsender — wie Sky oder der Discovery — den Sport und die Wettbewerbe übertragen; darüber hinaus sind dort ansehnliche Preisgelder zu gewinnen. „Das Beste ist aber, dass ich mein Hobby zum Beruf machen konnte, von dem wir gut leben können“, so Rühl.

Sabine Lentz-Timte

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2016-03-08 23:00
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